Quelle: Wiedergabe pers.  Beobachtungen bzw. Erfahrungen Dritter





Beobachtung im Teich

Sonnig, strahlendes SonnenwetterHeiter
TW: 7°C - 7°C
OW: 6°C - 8°C
Lu: 7°C - 6°C
Siehe Teichprotokoll






Heute Mittag bei 7°C Oberflächenwassertemperatur haben sich die Rundschwanzmakropoden in den 3 Teichen von dem sonnigen Wetter hervorlocken lassen.
Juvenile vorwiegend aber auch einen adulten Koreaner konnte ich entdecken.

Die Rundschwanzmakropoden aus Guangzhou, Bestand/1306

Am meisten zu sehen waren juvenile der Guangzhous ab einer Größe von etwa 2cm SL.
Allerdings nur wie auch in den anderen Gruppen, nur solange man ruhig blieb. Sonst zogen sie sich sofort hinter Blättern zurück oder huschten ganz nach unten weg.

Zusätzlich hat sich einer der ganz großen adulten von den Ausgangstieren, die ich bei Kölle gekauft hatte aus dem Leben verabschiedet.
Er trieb tot an der Wasseroberfläche und ist damit wohl etwa 3 Jahre alte geworden, da er damals im Zooladen schon jungadult war.
Das erste Lebensjahr hat er damit im Handel und in der Anfangszeit bei mir vorwiegend im warmen Wasser verbracht, zusätzlich zwei Winter draußen im Teich.
Da er an seiner Größe gut zu unterscheiden war, weiß ich, dass er dieses Jahr noch rege an den Bruten beteiligt war.
Einige der juvenilen, die sich heute so rege im Teich unterwegs gezeigt haben dürften also von diesem Elterntier stammen.

Die Guangzhous haben auch dieses Jahr als erste ganz früh im Jahr mit den Bruten begonnen aber auch recht früh vollständig aufgehört.
Und zwar noch bevor die Koreaner in ihrem Teich das Brutgeschäft begonnen hatten.
Die größten Jungfische gehen daher dieses Jahr bei den Guangzhous in den Winter.

Derzeit dürfte der Bestand aus adulten und diesjährig juvenilen etwa bei 50 Tieren oder mehr liegen, die in die Wintersaison gehen.
Wieviele im Mittel von den neuen Teichen dann dauerhaft ernährt werden können muss sich dann noch zeigen.

Vom alten Teich mit den Kupferklanern weiß ich, dass er wenigstens 35 Adulte Macropodus ocellatus + etwa 90 Stichlinge + wenigstens 35 Bergmolche + etliche Wasserfrösche + viele Grasfrösche ohne Unterstützung ernähren, eine Lebensraum bieten konnte.
Dabei war die Population der Rundschwanzmakropoden wie mir schien stabil geworden, also nicht mehr wachsend, genauso wie die der Stichlinge.
Sowohl Bergmolche wie Grasfrösche legten aber immer weiter zu (was nicht wirklich überraschen muss, da beide ja auch das Teichumfeld zur Nahrungsbeschaffung verwenden können.
Die Wasserfrösche allerdings hatten schon länger einer stabile Population, die im Jahresverlauf erst immer anstieg, wenn die Jungfrösche aus dem Wasser stiegen, dann aber im Verlaufe des Restjahres und der ersten aktiven Wochen nach dem Winter auf rund 10 Tiere zusammenschrumpfte. Zwar sind auch die Wasserfrösche zur Nahrungsbeschaffung nicht auf den eigentlichen Teich angewiesen, sondern beuten bei feuchtem Wetter auch das größere Teichumfeld nach Nahrung aus, aber sie sind doch eng ans Wasser gebunden. Die Folge davon ist, sie reduzieren ihre Bestandsgröße radikal selbst, indem sie regelmäßig Jungfrösche des Jahres aber auch die noch nicht ganz ausgewachsenen Jungfrösche des Vorjahres, die sich als Wasserfrosch ja alle irgendwo an den Teichufern drängen/aufhalten müssen ziemlich regelmäßig verspeisen.
Das das ziemlich regelmäßig passiert schließe ich aus der nicht wachsenden Population trotz in Vielzahl das Wasser verlassender Jungfrösche zusammen mit der Tatsache, dass ich ohne es darauf mühsam anzulegen immer wieder solche Verspeisungsaktionen bis zum vollständigen verschlucken beobachten konnte, wobei sie jungadulte Frösche bis zu einer beachtlichen Größe verschlingen können. Unter der gleichen Gefahr leben natürlich auch die Grasfrösche, aber auf diese hat die Dezimierung durch die Wasserfrösche keine besondere Auswirkung, da sie zumeist im Gelände unterwegs sind und wenn im Teich, dann meist unter Wasser oder gut versteckt.

Der Kannibalismus bei den Wasserfröschen erstaunt einen, wenn man sieht wie sie sonst doch die Geselligkeit mit Artgenossen geradezu pflegen, insbesondere beim Sonnen.
Da sitzen sie in regelrechten Klumpen aufeinander ganz Friedfertigkeit. Aber genau hingeschaut bestehen sie aus ähnlich großen Tieren, selten sind dazwischen klar kleinere.

Nach diesem Abschweif zu den anderen Mitbewohnern in den Teichen der Rundschwanzmakropoden nun wieder zurück zu den Guangzhous mit einigen Bildern,
die die juvenilen heute bei 7°C Oberflächenwassertemperatur in ihrer Beschäftigung zeigen:
RundschwanzmakropodeRundschwanzmakropodeRundschwanzmakropode
In folgender Serie begegnen sich zwei juvenile und beschäftigen sich ein wenig miteinander durch Umkreisen und leichtes Bauchseitengüßen.
Der Links kommt gerade hinzu und wird von dem kleineren rechts mit leichtem Bauchseitenweisen begüßt, empfangen. Dann geht es in leichtes Keisen über bis sie endlich gemeinsam im Gänsemarsch weiterziehen:
RundschwanzmakropodeRundschwanzmakropodeRundschwanzmakropode
Hier einige andere Zwischen dem Birkenlaub und Pflanzen.
Die breiteste Seite dieser Birkenblätter beträgt 3cm! Daraus lässt sich die Größe der abgebildeten Jungfische abschätzen als bis maximal 3cm SL:
RundschwanzmakropodeRundschwanzmakropodeRundschwanzmakropodeRundschwanzmakropodeRundschwanzmakropode

Die Rundschwanzmakropoden aus Bestand/1326 (Kupfer- und Grauklaner, Mischgruppe)

Auch meine Mischpopulation hat wieder kräftig für Nachwuchs gesorgt, allerdings so viel später als die Guangzhous mir der Brutsaison begonnen hatten, dass ich zuerst befürchtete, sie würden diese Jahr keinen Nachwuchs im Teich produzieren. Letztlich haben sie dann aber doch angefangen und von da an ging es Zug um Zug und weit über die aktive Brutsaison der Guangzhous hinaus bis in den späten Herbst hinein. Es brauchte nur ein zwei sonnige Tage.
So kommt es, dass bei diesem Mischbestand genauso wie bei den Koreanern die juvenile von etwa 2.5cm SL bis runter auf knapp 13 bis 15 mm SL in den Winter gehen werden.

Was auffällt jetzt so kurz vor Winterbeginn ist, dass obwohl dieser Bestand aus 36 adulten besteht, ich von diesen adulten jetzt im kühl-kalten Wetter keinen zu Gesicht bekomme (auch den verschlechterten Beobachtungsmöglichkeiten geschuldet. Die Teiche liegen jetzt nicht mehr unterhalb des Wohnzimmerfernsters. Ich kann die Fische also nicht mehr unbemerkt beobachten), während ich bei den Guangzhous doch recht regelmäßig einen oder sogar mehrere zu sehen kriege. Die Guangzhous sind zwar lange schon nicht mehr so "zahm" wie im Aquarium und im ersten Sommer, aber im Mittel immer noch leichter zu beobachten als die Kupferklaner und auch die Koreaner.
Aber gut:
Mein Mischbestand geht jedenfalls dieses Jahr mit 36 adulten und wohl wenigstens 60 juvenilen in Größen von 14mm SL bis ca. 2.5cm SL in den Winter.

Die Rundschwanzmakropoden aus Korea Inch'on Chemulpo, Bestand/1529

Zuletzt nun zu den Koreanern. Diese besetzten den "zwielichtigsten" Teich und sind deswegen auch am schwierigsten zu erkennen.
Zusätzlich stellen sie - wie sich inzwischen sicher herausgestellt hat - die scheuste meiner Populationen dar, die einzig mit den juvenilen halbwegs regelmäßige Sichtungen zulässt. Um die Adulten zu sehen benötigt es wirklich extreme unbewegliche Geduld und auch dann kriegen sie einen irgendwann doch spitz, erstarren mitten in der Bewegung - in der man selbst schon lange eingefroren ist - biegen den Kopf laangsam auf einen zu, fixieren einen noch lääänger und schießen plötzlich turbulent weg in die Tiefe oder die Algen und erscheinen selbst bei eiserner unbeweglicher Geduld nicht wieder.
Also sie sind zur Zeit die scheusten bei mir.

Bei der Vermehrung haben sie mir dieses Jahr rechte Sorgenfalten bereitet, da die Guangzhous schon lange mit ihre Brutsaison aufgehört hatten, die Kupferklaner schon längst begonnen hatten, aber die Koreaner außer Versteckspiel nichts machten erst recht keine Brutansätze.
Ganz spät im Jahr dann konnte ich endlich die ersten winzigen Jungfische entdecken.
Von da an aber ging es wie bei den Kupferklanern Schlag auf Schlag. Es schwammen eigentlich immer wieder ganz kleine rum, sobald auch nur 1 oder zwei Sonnentage sich zeigten.
Letztlich dürften es auch die Koreaner auf geschätzt wenigstens 60 juvenile gebracht haben, die nun in den Winter gehen.
Die Größen sind etwa so wie bei der Mischpopulation.

Heute waren es die Koreaner, die mir einen Adulten beobachten ließen, dafür aber keine juvenilen, die waren heute nur bei den anderen zu beobachten, wobei die Guangzhous die häufigsten Beobachtungen zuließen. Die Wassertemperatur im Oberflächenwasser, wo sie sich tummelten, war wie oben gesagt am Mittag 7°C.

Hier nun einige Bilder des adulten Koreaners. Ich hab's geschafft nachdem er sich in Algen versteckt hatte ihn dort herauszuschöpfen für's Fotografieren.
RundschwanzmakropodeRundschwanzmakropodeRundschwanzmakropode




Es spielt keine Rolle, wie schön deine Theorie ist. Es spielt keine Rolle, wie klug du bist. Passt sie nicht zu den experimentellen Ergebnissen/Beobachtungen, dann ist sie falsch!'. {nach Richard Feynman, Nobelpreis für Physik 1965}