Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung





Beobachtung im Teich


Temperatur Oberflächenwasser unter dem Eis (OW) Tiefenwasser am Boden mit Bodengrund leicht aufgewirbelt (TW)
Wetter Grau bedecktHeiter ph 6.4 6.8
Tiefenwasser(TW) 4°C - 4°C KH <6°
Oberflächenwasser(OW) 1mm Eis - 2°C GH < 3° <10°
Luft 1°C - 2°C NO2 gegen 0 < 1
NO3 gegen 0 < 10
Siehe Teichprotokoll Wasserwerte sind vom 16.12.12
Ein Beispiel für die Werte in den alten Teichen: 04.09.10







Heute konnte ich den bisher kleinsten Rundschwanzmakropoden (Macropodus ocellatus) als bis jetzt überwinterungsfähig dokumentieren

Natürlich wieder im Teich der Macropodus ocellatus "Mimbon Guangzhou 2010" sind heute gegen 11:00h aktive Rundschwanzmakropoden zu sehen.
Die Nacht hatte bis heute Morgen wieder einen dünnen Eisfilm auf die Teiche gelegt, welcher aber bis 11:00h schon längst wieder vollkommen verschwunden war.
Die Sicht war also ohne Eis ziemlich gut in den Guangzhou-Teich und ich konnte ein adultes Weibchen sehen und
mehrerer juvenile unterschiedlicher Größen in unterschiedlichen Wasserschichten.
Die meisten juvenilen durchstreiften in etwa 15cm Tiefe in den Uferregionen die Pflanzen.
Einer fiel mir in der Teichmitte auf direkt an der Wasseroberfläche, als er sich mal ruckartig bewegte, sonst hätte ich ihn nicht bemerkt.
Er war ziemlich klein, ich schätzte so um die 15mm SL und bewegte sich entsprechend schwerfällig.
Weil ich nun aber genau dokumentieren wollte, wie groß er wirklich ist und in welchem optischen Zustand, holte ich ihn vorsichtig heraus - besonders ganz kleine Junge möchte ich im Winter nicht zu aufwendigeren Bewegungen zwingen, da diese wahrscheinlich unverhältnismäßig viel Energie verbrauchen würden. Je kleiner der Fisch aber ist je weniger Reserven kann er einlagern -.

Und was ergibt die Messung? Ich habe heute in 3°C kaltem Oberflächenwasser den bisher kleinsten juvenilen Rundschwanzmakropoden als optisch gesund und aktiv für den Winter dokumentieren können. In einem schnell mal rausgesuchten älteren Bericht (Macropodus/ocellatus/Beobachtungen/15.01.11) findet sich z.B. in Fotos dokumentiert, dass Juvenile von 15mm [SL] am Ende des Winters zahlreich und vital in meinen Teichen das neue Jahr beginnen.

Hier nun die Bilder des bisher kleinsten im Winter mittels Foto dokumentierten Juvenilen:

Juveniler M.ocellatus im Winter Seine Größe ist 11mm bis 12mm SL! ein wirklicher Winzling, der hier zeigt, dass er in dieser Größe bereits in der Lage ist, lange Zeit in dauerkaltem Wasser und 14 Tage unter Eis zu verbringen.
Und ich bin mir relativ sicher, könnte ich ihn markieren, würde ich diesen individuellen Jungfisch auch im Frühjahr wiedersehen.
Ich muss zu Winterende mal eine Fotodoku erstellen über die Größen der Juvenilen, die definitiv durch den Winter gekommen sind.
Juveniler M.ocellatus im Winter Die weiteren Bilder sollen den gesundheitlichen Gesamteindruck wiedergeben. Er sieht normal gesund aus. Ich konnte keine Zersetzungen oder ähnliches auf die Schnelle erkennen. Die Bilder habe ich möglichst zügig gemacht, um das Tier wieder ohne größere Belastung in diesem kalten Wasser kurzfristig in den Teich zurücksetzen zu können.
Juveniler M.ocellatus im Winter Was allerdings noch auffällt ist, dass bereits früher Dokumentierte, der Kotfaden, der von diesem Winzling erzeugt wird.
Er ist zwar blass durchsichtig aber er scheidet damit Substanz aus.
Diese Substanz geht dem Körper also während des Winters definitiv verloren.
Da solche Winzlinge nicht viel Reserven einlagern können, um davon eine 2 bis 3-monatigen Winter zu zehren,
kann das fast nur bedeuten, dass solche juvenile auch im Winter aktiv Nahrung aufnehmen.
Überwinterungen ohne verfügbare Nahrung könnte sie dann an ihre Grenzen bringen.
Juveniler M.ocellatus im Winter

Am Nachmittag brach die Sonne durch und ein kurzes Nachsehen bei den Teichen ergab wirklich reges Treiben bei den Guangzhou-Juvenilen!
Etliche waren im Oberflächenwasser (extra gemessen 3°C) unterwegs in den flachen Bereichen. Unterschiedliche Größen von Juvenilen.
Vor kurzem habe ich irgendwo geschrieben, dass in eisigem Wasser die Juvenilen nach Möglichkeit schwanzflossengetriebenes Schwimmen vermeiden und wie um mir das Gegenteil zu beweisen, ziehen sie jetzt fast nur in diesem Modus durch die Gegend kurbelnd umher. Sie wirken, als hätten sie eine Energiespritze bekommen.
Und ich denke in der Art ist es auch.
Die Sonnenstrahlen tanken sie vermutlich mit Wärme auf, die sie trotz 3°C kalten Wassers sofort in lebendiges Treiben umsetzen.

Und um nicht vergessen zu werden, hatte ich nun auch das Glück bei meinen alten treuen Kupferklanern (Zooladenmischpopulation) - den M.ocellatus, die ich schon am längsten habe - im Teich endlich mal aktive Juvenile diesen Winter zu entdecken. Ein etwas größerer in mittlerer Wasserschicht und ein ziemlich kleiner direkt unter der Wasseroberfläche.
Das freut mich besonders von diesen wieder mal was zu sehen, weil sie als einzige einen recht flachen Teich von rund 60cm Tiefe habe. Der Boden war dort einfach zu steinig und wurzelig um tiefer zu graben.
Und während die Koreaner und Guangzhous in Tiefen von 1m lt. Thermometer noch 4°C bis 5°C verfügbar haben, weist das Thermometer bei den Kupferklanern am Boden schon länger nur noch 3°C aus! Und trotzdem treiben sich auch dort also wie erwartet ohne Winterprobleme juvenile aktive Rundschwanzmakropoden rum.

Da ich die letzte Zeit wieder vermehrt darüber gelesen habe, dass bei anderen die Juvenilen und die Guangzhous als adulte in großer Zahl wegen des kalten Wassers sterben würden, werde ich doch immer wieder ängstlich, dass meine Beobachtungen in meinen Teichen absolute Glücksfälle waren und nicht der Normalzustand. Wenn ich dann lange keine mehr sehe beginne ich zu fürchten, dass nun auch bei mir die Tiere den Winter nicht verkraften, auch wenn ich mir rational sage, dass es nicht sein kann aufgrund meine Beobachtungen.
Glücklicherweise aber beruhigen sie mich dann irgendwann doch wieder, indem sie sich genauso vital zeigen wie in den Wintern zuvor. So auch heute die lange nicht gesehenen Kupferklaner.
Alles "in Butter", alles rundschwanzmakropodennormal, bisher wie üblich keine nennenswerten Probleme durch den Winter.






Wissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit der Experten. {Richard Feynman}