Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Allgemeines zur Lebensweise der Rundschwanzmakropoden (Macropodus ocellatus)


Aktivität der Rundschwanzmakropoden in Relation zur Wassertemperatur

Vitalität und Wassertemperatur:
Sleeps:
bei mittl. Temp:10°11°12°13°14°15°16°17°18°19°20°21°22°23°
Vitality{0..9}, n=683: 4v \35v \45v \46v \46v \56v \66v \66v \66v \66v \66v \66v \66v \67v \67v \67v \67v \67v \67v8v8v8v \6
bei min. Temp:10°11°12°13°14°15°16°17°18°19°20°21°22°23°
Vitality{0..9}: 4v \35v \35v \45v \46v \56v \56v \66v \66v \66v \66v \66v \66v \67v \67v \67v \67v \67v \68v \67v \67v8v \6
bei mittl. Temp:10°11°12°13°14°15°16°17°18°19°20°21°22°23°
Vitality{0..9}: 4v \36v \34v \35v \45v \46v \56v \66v \66v \66v \66v \66v \66v \66v \67v \67v \67v \67v \67v \68v \68v \68v \68v \68v
bei max. Temp:10°11°12°13°14°15°16°17°18°19°20°21°22°23°24°25°
Es sind inzwischen schon etwa 670 Einzelbeobachtungen in obige automatische Auswertung eingegangen. Es scheinen sich daraus bestimmte wassertemperaturabhängige qualitative Aktivitätsphasen der Rundschwanzmakropoden abzuzeichen.

Adulte Tiere:

Betrachten wir zuerst die Zeile mit den gemessenen Maximaltemperaturen. Diese Reihe sollte Hinweise geben können, wie diese Tiere auf Wassertemperaturen reagieren, die längere Zweit bestehen. Das registrierte qualitative Verhalten ergibt sich zwar aus der tatsächlichen Verfügbarkeit unterschiedlicher Wassertemperaturen an dem jeweiligen Tag über den Tagesverlauf und in den Wasserzonen/-schichtenf1 der Teiche, jedoch kann das registrierte Verhalten nicht durch Aufsuchen von Temperaturzonen oberhalb der in der Zeile der Maximalwerte verzeichneten beeinflusst worden sein. Die einzige Möglichkeit höheren Temperaturen für den Körper zu nutzen wäre für die Fische noch an sonnigen Tagen, sich durch direkte Sonnenstrahlung erwärmen zu lassen. Es steht aus meinen Beobachtungen fest, dass M. ocellatus von dieser Möglichkeit gezielt, ausgiebig und spezialisiert Gebrauch machtf2. Die versteckte Wirkung dieser Wärmemöglichkeit in obiger Tabelle dürfte aber gering sein, da vor allem bei den niedrigeren Temperaturen die Tage ohne strahlendem Sonnenschein doch deutlich häufiger sind. Die Maximaltemperaturreihe teilt die Aktivitätsmodi dieser Fische in die Phasen:
Träge2°C bis 4°CDas Aktivitätsniveu ist soweit reduziert, das der Fisch sich bevorzugt am gleichen Platz aufhält und auch seine Reaktionsschwelle auf Störungen durch die Beobachtungen erhöht ist. Die Fische sind aber durchaus auch in diesem Modus eigeninitiativ aktiv und unternehmen größere Ortsveränderungen.
Ruhig5°C bis 6°CDie Tiere verhalten sich einfach weniger aktiv als normal. Die Reaktionsschwellen und Reaktionen bei Störungen sind aber normal schnell und blitzartig.
Normal7°C bis 15°CDieser Temperaturbereich reicht aus, sie in normalen Verhaltensmodus zu bringen ohne Bruttrieb. Die Tiere durchstreifen in kleinen Gruppen die Teiche interessieren sich aber nicht wesentlich für potentielle Parungspartner. Die Körperfärbung ist meist durchschnittlich unauffällig
Lebendig, quirlig16°C bis 20°CAb 16°C beginnt das Teichleben der Rundschwanzmakropoden quirliger zu werden. Die Farben sind im Mittel kräftiger.
Eindeutige klare Brutstimmung21°C bis 25°CAb 21°C sind dann alle Tiere eindeutig und anhaltend in Brutstimmung
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Fußnoten

  • f1. Selbst in relativ flachen Gartenteichen mit 60 cm bis 80 cm Tiefe können sich Wasserschichtungen mit deutlich unterschiedlichen Temperaturen ausbilden. Welche Schichtenstruktur sich in einem Teich ergibt hängt von seiner Oberflächegröße, dem Teichbodenprofil, Uferprofil und nicht zuletzt von den Wasserpflanzen ab. Flutende Wasserpflanzen schirmen den Wasserkörper gegen die Umwälzwirkung durch Winde ab. Dichte Pflanzenbestände unter Wasser verhindern zwischen den Pflanzen nahezu die Durchmischung mit dem Wasser außerhalb der Pflanzenbestände mit der Folge das das Wasser in solchen Beständen schon in 10cm Tiefe regelrecht kalt sein kann während es in den oberen Zentimetern darüber suppenwarm sich ist. Auch hier gilt also: je strukturreicher der Wasserkörper gestaltet ist, je vielseitiger sind die von den Tieren aufsuchbaren Temperaturzonen.
  • f2. Für die meisten Fische wohl ungewöhnlich verlassen diese Makropoden, wenn sie die Möglichkeit durch tragenden feuchte Plätze haben das Wasser teilweise, um sich unbewegt und lange der strahlenden Sonne auszusetzen. Ich habe dazu schon lustige Beobachtungen gemacht, bei denen sich die adulten Rundschwanzmakropoden zusammen mit großen Teichfröschen einträchtig auf flutenden tragenden Pflanzenmatten mit Kopf und Vorderkörper aus dem Wasser wenigstens eine halbe Stunde in der Sonne grillten.



Wer heute auf die Demokratie schimpft, dem wird morgen der Marsch geblasen. {Werner Mitsch}