Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung





Beobachtung im Teich

NebeligSonnig, strahlendes Sonnenwetter
TW: 3°C → 4°C
OW: <0,5cm Eis → 9°C
Lu: 2°C → 10°C
Siehe Teichprotokoll






Die Rundschwanzmakropoden aus Guangzhou aus Teich3

Heute Morgen, beim Temperaturablesen habe ich seit langem mal wieder einen Macropodus ocellatus "Mimbon-Guangzhou" gesehen.
Es war ein letztjähriger juveniler von etwa 3cm SL.
Er hielt sich an der Wasseroberfläche auf und versuchte sich vor mir in der 2°C-Wasserschicht (Flachzone) zu verstecken. Er war sehr agil und absolut fit.
Die Temperaturen heute Morgen im Wasser waren, wie man oben sieht, 3°C im Tiefenwasser und 2°C im Oberflächenwasser. In der Nacht muss es gefroren haben, da der Teich mit einer dünnen Eisschicht bedeckt war.
Damit haben nun die Rundschwanzmakropoden aus dem Mimbon-Guangzhou-Import seit dem 29.01.12 bei strengem Frost unter geschlossener Eisdecke verbracht und zeigen dabei genauso wenig Probleme, wie die aus Korea oder die Grau- und Kupferklaner.
Und auch diese Mimbon-Guangzhous haben damit heute gezeigt, dass sie bei einer Wassertemperatur von 2°C weder grundsätzlich "schlafen" müssen noch sonstwie grundsätzlich inaktiv sind oder besonders belastet.

Mit dieser Beobachtung ist aus meiner Sicht positiv festgestellt, dass sowohl Rundschwanzmakropoden aus nördlichen Fundorten (hier Korea) wie auch solche aus südlichen genetisch eine vergleichbare Kältetoleranz besitzen, also sie vom Norden bis in den Süden hinein echte Kaltwasserfische des gemäßigten Klimas sind.

Zusätzlich lässt sich auch dieses Jahr feststellen wie schon in den Jahren davor, dass der Winter für die Rundschwanzmakropoden als solcher keine direkte Ursache für erhöhte Sterblichkeit in dieser Art ist. Im Winter bzw. als Folge des Winters gab es bisher keinen einzigen erkennbaren Todesfall in den Teichen.
Und das gilt für alle von mir gehaltenen Linien.

Damit sehe ich meine Vermutung bestätigt, dass es wohl keine wesentlichen genetischen Unterschiede bzgl. der Kältetoleranz in den Populationen vom Norden bis in die südlichen Fundorte gibt. Die Rundschwanzmakropoden (Macropodus ocellatus) dürften damit auch bzgl. dieses Merkmals eine recht einheitliche Gruppe bilden über ihr gesamtes Verbreitungsgebiet.

Ich treffe keine speziellen Vorkehrungen, die Teiche bleiben sich selbst überlassen, keine künstliche Eisfreihaltung genausowenig wie Filtersystem.
Auch die Frösche sind alle wohlauf.




Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf. {Theodor Fontane}