TP: Zielfische und Forderungen an die Teichgestaltung

Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Welche Fische soll der Teich beherbergen

Die Teichanlage soll so gestaltet sein, dass sie 1. günstig , 2. in Handarbeit zu schaffen, 3. möglichst viele natürliche Zuwanderer anzieht und
4. nicht zuletzt den darin zu haltenden Aquarienfischen erlaubt sich selbst zu erhalten.

Welche Fische sollen also darin leben können?

  • Labyrinthfische:
    1. ganzjährig: Macropodus ocellatus (in erster Linie und als eigentlicher Hauptbewohner)
    2. sommers: Macropodus opercularis (wenn obiger nicht zu beschaffen ist):
  • ganzjährig: Stichlinge als Bruträuber
  • Lebendgebärende wie:
    1. sommers: Heterandria formosa (auch Bruträuber für M.ocellatus)
    2. sommers: Guppy
  • Eierlegende Zahnkarpfen wie:
    1. sommers: Streifenhechtling (als Räuber für halbwüchsige Fische):
    2. Andere? evtl.:
  • Was sollte der Teich für diese Fische bieten?

  • Ausreichend Raum und Entfernung, um eine größere Anzahl so zu beherbergen, dass sie sich aus dem Weg gehen können und man als Beobachter deutlich erkennt, wenn sie sich gezielt aufsuchen. (innerartliche Selektion – funktionsfähiges Sozialverhalten – kann nur wirken, wenn Raum für mehrere Brutpaare ist)
  • Strukturierung für unterschiedliche Bedürfnisse der Larven/Jungttiere und Alttiere.
  • Vielfältige Strukturierung in Ufer, Flach, Tiefwasser, Bodengrund und Pflanzen, um möglichst vielen unterschiedlichen Wirbellosen Lebensraum zu bieten und sie anzuziehen als Nahrungsgrundlage für die Fische und andere zuwandernde Wirbeltiere (Lurche).
  • Gleichzeitige Verfügbarkeit von Licht- und Schattenzonen, um den Fischen jederzeit die Wahl zu geben, was ihnen gerade lieber/förderlicher ist.
  • Bereiche mit schnell aufheizendem Mikroklima, um die Sommergäste unter den Fischen möglichst früh einsetzen zu können und spät im Jahr herausholen zu müssen.
  • Spezifisch für (Zwergkärpflinge):
    1. Möglichst langer eng/stark strukturierter Uferbereich:
      Das wäre genau sein Biotopanspruch. Darin findet er Nahrung, Schutz vor fischigen Fressfeinden, dort kann/muss er sein natürliches Verhaltensrepertoir zeigen und nutzen, um sich erfolgreich zu vermehren.
    2. Schnell aufheizende Mikroklimaecken:
      Damit er sicher bis in die ersten Frostperioden draußen bleiben kann und im Frühjahr schon raus kann, wenn ein Warmtag verfügbar und höchstens nur noch sporadisch Nachtfrost droht.
      In diesen Ecken kann er dann morgens beim ersten Sonnenstrahl sich sonnen und aufheizen.
    3. Fadenalgenwuchs:
      Weil er sich dazwischen gerne aufhält und diese seinen Jungen Nahrungoberflächen und Schutzraum bieten müssten
  • Spezifisch für (Guppies):
    1. Freischwimmzonen:
    2. Größere freischwimmbare Wasseroberflächen, damit er sein oberständiges Maul zum Aufsammeln von Anflugnahrung auch nutzen kann Smile
    3. Leicht erreichbarer Oberflächenbewuchs zum "abgrasen":
      Sie können sich nicht so gut durch Pflanzengewirr arbeiten wie z.B. die Zwergkärpflinge. Also sollte Bodengrund und Steinoberflächen an denen sie gerne herumknabbern leicht freischwimmend erreichbar sein.
    4. Bereiche mit schnell aufheizendem freischwimmend erreichbarem also ohne enge Strukturen Oberflächenwasser als Aufheizsonnenbank bei kühlerem Frühjahrs- und Herbstwetter.
  • Spezifisch für (Stichlinge):
    1. Größere Feischwimmzonen:
      Stichlinge mögen diese außerhalb der Brutzeit mehr, als eng verkrautete Bereiche. Ihr Körperbau eignet sich nicht sonderlich um durch Kraut zu kriechen.
    2. Größere freischwimmbare Flächen von Bodengrund an den tiefen Stellen des Teiches:
      Stichlinge sind für die Nahrungssuche stark kopfunter orientiert. Sie halten sich am liebsten immer am Boden auf und dort an den tiefsten Stellen (So kann man sie übrigens leicht fangen: Wo Stichlinge sind einfach ein tiefes Loch buddeln, Eimer hineinstellen und fixiern, ein wenig warten und den Eimer wieder herausziehen. Es haben sich dann gewiss etliche in diese Tiefe begeben.)
      Dabei nehmen sie regelmäßig ein Maul voll Bodenschlamm, sortieren Fressbares raus und Spuken den Rest wieder aus. Das ist ihre liebste Beschäftigung: In Bodenschlamm beißen Wink. Als Räuber für am Boden oder in Bodennähe befindliche Eier und Jungfische sind sie damit prädestiniert. Nicht so gut taugen sie als Jungfischräuber für oberflächennah sich befindliche Eier und Jungfische. Ich hoffe aber, dass sie trotzdem die M.ocellatus in der Brutpflege fordern
    3. Teichtiefe wintertauglich:
      D.h. die Wahrscheinlichkeit eines vollständigen Durchfrierens des Wasserkörpers muss gering sein.
      Auch muss genügend Wasser übrig sein, um die überwinternden Tiere in einer durch Vermehrung selbstregenerationsfähigen Individuenzahl durch den Winter kommen zu lassen. (D.h. die Wahrscheinlichkeit für nicht wenigstens ein überlebendes Paar in ausnahmeharten Wintern muss gering sein).
      Der härteste Winter seit wir in dieser schwäbischen Gegend wohnen brachte eine Eisdicke von 20cm. Mehr nicht. Und dabei war es draußen -15°C!
    4. Kühlere Schattentiefen:
      Der Stichling ist kein Warmwasserfisch Smile. Es muss für ihn also möglich sein im Sommer die schnell aufheizenden Oberflächenbereiche in kühlere Schattenbereiche zu verlassen.
  • Spezifisch für (Rundschwanzmakropoden):
    1. Größere Feischwimmzonen:
      Damit ich die Chance habe, diesen spannenden Fisch auch wenigstens ab und zu beobachten zu können und weil die einzige Fundortbeschreibung, die ich bisher gefunden habe, überhaupt kein verkrautetes Gewässer darstellte, sondern ein krautfreies mit ins Wasser flutend hängendem Gras und Wurzelgeflechten von Uferbewuchs als einzigen Schutz.
    2. Verkrautete Bereiche, um zu sehen, ob er sie liebt – er wird es Wink - und weil darin seine Jungfische bestimmt Schutz finden (außer vor Heterandria formosa und Libellenlarven)
    3. Flutende Pflanzenbereiche in ausreichender Zahl für mehrere gleichzeitig aktive Brutpaare:
      Geschützte Laichplätze und Revierzentren.
    4. Ausreichend Platz, um sich leicht aus dem Wege gehen zu können, damit man beobachten kann, ob die Weibchen in der Brutpflege beteiligt sind (Außenrevierschutz) und die Weibchen durch gezieltes Aufsuchen eines Männchens entscheiden könne mit wem sie wollen. Außerdem kann nur so das Weibchen seine Funktion ausleben den äußeren Bereich des Brutreviers zu schützen.
    5. Kühlere Schattentiefen:
      In denen er sich zurückziehen kann wenn Hitzeperioden lästig werden sollten.
    6. Schnell aufheizendes sonnenexponiertes Oberflächenwasser:
      Um ihm möglichst früh im Jahr schon potentielle Brutperioden zu bieten.
      Schließlich soll er sich erfolgreich vermehrend selbst erhalten trotz Stichlingen am Boden und Heterandria formosa im Kraut, die seine Larven/Jungfische gerne fressen zusätzlich zu Libellenlarven, Rückenschwimmern und Molchen.
      Und wenn möglich sogar so erfolgreich, dass man jährlich einen kleinen Tribut abfangen darf, um diese Fische weiterzugeben.
    7. Einen möglichst nicht bis zum Boden ausfrierenden Wasserkörper, der sowohl ihm wie den Stichlingen ein winterliches Überleben in selbsterhaltender Anzahl ermöglicht.



  • Wissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit des 'Wissenschaftlichen Konsenses'. {frei nach Richard Feynman}