Das Leben im Wasser und das Aquarium

TitelDas Leben im Wasser und das Aquarium
MedientypBook
Jahr der Veröffentlichung1908
AutorenJäger, G.
Seitenanzahlvi, [2] 360 p.
VerlagKosmos, Gesellschaft der Naturfreunde
StadtStuttgart
SchlüsselwörterAquariums, Freshwater biology, Marine biology
Zusammenfassung

Hat man besondere Veranlassung, regelmäßige Krebszucht zu treiben, um den Bedarf von Hofhaltungen zu decken, so wählt man hierzu tiefe steilwandige Wasserlöcher, wo die Krebse gut ihre Uferlöcher graben können, sticht ihnen wohl auch mit einer Stange in der Höhe des Wasserspiegels derlei wagrechte bis 60 cm tiefe Gänge und wirft einige Baumstöcke samt den Wurzeln hinein; tut man das nicht, so läuft man Gefahr, daß die eingesetzten Krebse entfliehen. Aus dem gleichen Grund muß man auch beim erstmaligen Besetzen solcher Krebsteiche die Tiere ein paar Wochen in Reusen verwahrt lassen, bis sie sich an ihren neuen Aufenthaltsort gewöhnt haben. Natürlich muß ihnen in solchen Teichen Futter gereicht werden und hierzu empfehlen sich tierische Abfälle jeder Art, dann Frösche und wertlose Fische, die man ihnen zerhackt vorwirft.


(Nachtrag: In den siebziger Jahren1 trat zuerst in Frankreich2 und von da nach Oſten und Nordosten sich verbreitend unter den Flußkrebsen eine verheerende Seuche, eine Krebspest auf, die innerhalb weniger Tage die Tiere zu Tausenden mordend, in wenigen Jahren in ganz Mitteleuropa die Krebsbevölkerung fast überall vernichtete. Der Missetäter ist entweder ein niederer Pilz, und man hat deren dreierlei bei den kranken und verendeten Krebsen gefunden, eine Sapro legnie und eine Art von Spaltpilz, oder: andere Forscher beschuldigen ein zu den Gregarinen gehöriges Wesen, eine Myrosporidie, zu denen auch manche gefährliche Fischparasiten gehören, der Täterschaft. Glücklicherweise kann die Seuche jetzt als erloschen betrachtet werden, aber eine allseitige Wiederbevölkerung der Krebswasser hat noch nicht stattgefunden. 1905.)
URLhttps://catalog.hathitrust.org/Record/009166136



Auf dem Weg zu (ihrem) Herrgott fressen dich die Heiligen! {Rumänisches Sprichwort}