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Quelle: Fachpublikationen
FAQ: 
ja

Was ist ein Ökosystem

Ein bezogen auf eine bestimmte Fragestellung der biologischen Forschung (Teildisziplin Ökologie) abgegrenzter Lebensraumbereiche - z.B. eine abgesteckte Feuchtsenke auf einer Wiese -.
In diesem für die zu untersuchende Fragestellung abgegrenzten Bereichen werden dann für die Fragestellung relevante Vorgänge untersucht.

Ein Ökosystem ist also ein abstraktes (offenes) System welches nur Gültigkeit bezogen auf eine konkrete Fragestellung der Forschung hat.
Der Begriff repräsentiert nichts in der Welt individuell abgrenzbares und ist ohne die Nennung der zugehörigen (Forschungs-)Fragestellung sinnleer.

Aussagen wie "Das Ökosystem droht zusammenzubrechen" oder "Das Ökosystem ist im Gleichgewicht" haben also mit Wissenschaft nichts zu tun und sind vollkommen sinnlos im wissenschaftlichen Kontext

  1. weil das Konzept Ökosystem nur zusammen mit der zugehörigen Forschungsfragestellung Inhalt hat und
  2. weil dieser, zur Untersuchung einer bestimmten Fragestellung, abgegrenzte Lebensbereich nicht geschlossen ist. Es gibt kein Außen und Innen mit einem Innen, welches über Regelmechanismen einen zum Äußeren mehr oder weniger unabhängigen Zustand einhält.

Und damit kann ein Ökosystem Ö zur einer Fragestellung F auch nicht zusammenbrechen oder gestört oder im Gleichgewicht oder ähnliches sein.
Gleichgewichtszustände können nur von einer Außenwelt abgegrenzte Systeme einnehmen bzw. einhalten, wie z.B. einen Zelle, die mittels Zellmembran einen Innen- und Außenbereich physisch abgrenzt. Eine Zelle kann daher zusammenbrechen. Ein über Koordinaten in einem Eimer Wasser definierter Kubikzentimeter Wasser hat keinen inneren Zustand, kann schlicht nicht zusammenbrechen auch wenn man ihn Ökosystem nennt.


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Die Tyrannei fängt ganz unauffällig mit aufgeräumten Schreibtischen an. {Harold Pinter}