Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich 2

Sonnig, strahlendes Sonnenwetter
TW: 9°C-14°C
OW: 8°C-20°C
Siehe: 24.04.10

Graues A-Männchen und graues B-Männchen haben sich den Teich 2 so aufgeteilt:
Linke algige, krautige Wasserpfefferminz-Lanvendelecke bis zum Blumentopf mit Bevorzugungsschwerpunkt Wasserpfefferminzkrautecke wird von A-Männchen als sowas wie ein Revier gegenüber B-Männchen verteidigt.

B-Männchen hat den rechten Teichrest, also die Schilfecke, die zur Zeit noch keine flutenden Pflanzen zeigt. Aber auch dort ist er nicht wirklich in Ruhe vor A-Männchen. Kurz: Nach wie vor wirkt es so, als habe B-Männchen keine Chance Nachwuchs zu kriegen. Er geht aber auch nicht rüber in Teich 1, wo er für sich wäre und reichlich flutender und sonstiger dichter Pflanzengestrüppe hätte.
Ich vermute, weil Teich 1 immer so 1°C-2°C kühlere Wassertemperatur aufweist als Teich 2. Teich 1 hat nämlich zu jeder Tageszeit wenigstens einen Teil des Wassers beschattet, während Teich 2 ab 12°h ungebremst und vollständig der Sonne ausgesetzt ist.

B-Männchen zeigt auch den Weibchen gegenüber keine ernsthaften Imponierhandlungen,
während A-Männchen heute Abend mehrmals beim Imponiern gegenüber Gauweibchen zu sehen war. Das Imponieren ist aber das aggressiv gestimmte und so gut wie nicht das freundliche Schwanzuntenimponieren. Die Grauweibchen reagieren selbst auf die Imponierhandlungen recht gelassen ignorierend bis ausweichend, zeigen selbst aber keine positiven Antwortsignale.

Ein Unterschied im Verhalten der Kupfer- und Grau-M.-Ocellatus ist lustig:

  • Kupfernen:
    Das adulte Tier hatte damals eine extreme Scheu im Beobachtungsbecken demonstriert bis hin zum schrägliegenden langandauernden Totstellen. Jetzt im Teich sind sie zwar nach wie vor scheu aber nicht eher so gelassen scheu. Nähert man sich ihnen langsam und gleichmäßig oder schaut aus größerer Entfernung zu, so fühlen sie sich nicht gestört.
  • Grauen:
    Diese waren als Adulte im Aquarium die ganze Zeit recht gelassen kaum scheu und kein bisschen schreckhaft.
    Jetzt im Teich allerdings sind sie gradezu extrem schreckhaft. Die kleinste von ihnen wahrgenommene Bewegung resultiert in hektischen Zickzack-Schüssen durchs Wasser hinein in eine Höhle oder sonstige Deckung.

    Die Teichanlage hat an den Rändern überall Flachwasserzonen, in denen größere Sandsteine das Wasser zum Ufer begrenzen und viele kleine bis große Höhlen im Wasser bieten. Letztes Jahr konnte ich schon bei den blauen M.opercularis sehen, dass sie sich gerne diese Hölen als Ruheplätze aussuchen.
    Aber auch die M. ocellatus beschäftigen sich stundenlang damit, diese Steinhöhlen entlang und zu durchstreifen. Jedes Loch, dass sich ihnen bietet wird angeschaut untersucht und wenn weit genug hineingeschwommen.

  • Fressverhalten:
    Ein Grauweibchen beim Nahrungspicken im Aufwuch beobachtet:
    Es inspizierte ähnlich wie die Stichlinge den Aufwuchs Stück für Stück.
    Dann sieht es wohl etwas fressbares, legt sich regelrecht auf die Seite und fixiert so.
    Dann stößt es plötzlich zu und schnappt sich was zu fressen.
    Bemerkenswert war eben die vollständig flache Seitenlage beim Fixieren und Zustoßen.
  • Am Abend so gegen 20:00h
    Auch Teich 2 liegt jetzt im Schatten.
    Am Kanaleingang treffen sich A-Männchen und B-Männchen.
    A-Männchen eher kremig aufgehellt, B-Männchen sehr dunkel.
    Beide Breitseitimponieren (Seitenverkehrt) sofort mit dem typischen Rückenentgegen-Bauchabgewandten-Seitwärtskippen.Umkreisen sich dabei und schlagen mit der Schwanzflosse. Das läuft so 3 Minuten, dann gibt B-Männchen wieder auf - für mich wieder unergründlich warum - und schwimmt zügig gradlinig Rictung Blumentopf/Teichmitte von dannen.
    Sofort taucht ein Grauweibchen bei A-Männchen auf. Vorher war es nicht zu sehen! Keine Ahnung wo es gesteckt und scheinbar beobachtet hat. Es schwimmt richtig dicht an A-Männchen heran. A-Männchen imponiert sofort spreizend. Sie umkreisen sich etwas Grauweibchen imponiert auch etwas faltet die Schwanzflosse aber und führt leichte zuckend schlagende Schwanzschläge vor dem Männchen aus (Nicht seitwärts von ihm).
    Dann geht es in den Kanal wo ihm das A-Männchen nach kurzem Zögern hin folgt. Es wird wieder etwas imponiert, dann zieht das Grauweibchen zielstrebiger und zügiger durch den Kanal. Das A-Männchen folgt. So geht's dann zusammen hinüber in Teich 1 - es wirkt als führe das Weibchen das Männchen, bzw. locke das Weibchen das Männchen mitzukommen.
    Im Teich 1 angekommen geht's im Zickzack von einer Pflanzenwucherung zur Nächsten immer das Weibchen voraus und das A-Männchen nach kurzem Zögern folgend bis ich sie wegen der Lichtverhältnisse im hinteren Teil des Teiches 1 dann auch mit dem Fernglas aus den Augen verliere.

    Ich beschäftige mich jetzt mit Beobachten der Tanichthys albonubes, dann ein paar Minuten weiter kommt A-Männchen über den Kanal wieder zügig und alleine zurück in Teich 2, wo er zielstrebig in der Mitte im Blumentopf verschwindet. ( Wink Irgendwie scheinen die vom Weibchen vorgeführten Flecken im Teich 1 ihn wohl nicht überzeugt zu haben)

    So 20:10h herum sieht man dann das A-Männchen links in der Lavendelecke die Grauweibchen vertreiben und auch die halbwüchsigen Kupernen M.ocellatus - ein sich dort auch herumtreibendes Kardinälchen kümmert ihn irgendwie nicht -. Es scheint, dass er sich entschlossen hat die Pfefferminzkräuter von M.ocellatus zu säubern. Das sieht wie eine nachdrücklichere Revierbildung aus. Das Zentrum scheint rechts von der Weidenwurzel und dem Wasserfroschversammlungsort unter dem Lavendel zu sein. Da jedenfalls verliere ich ihn immer aus den Augen.




  • Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott. {Karl Kraus}