Der Hexenwahn vom 15. bs zum 17. Jahrhundert war keine Ausgeburt des finsteren Mittelalters, war keine kollektieve Manie, es war stattdessen eine von Gelehrten! kräftig propagierte Theorie.
Letzte Nacht
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TW: 17°C - 19°C
OW: 17°C - 27°C
Siehe Teichprotokoll
Im Teich ist M.ocellatus aus dem freien Wasser wieder nahezu "ausgestorben".
Adulte sind gar keine zu sehen.
Halbwüchsige sind ab und zu sichtbar suchen aber möglichst schnell wieder Stellen auf, wo wegen flutender Algen oder Kräutern Schatten ist.
Unter diesen verschwinden sie dann.
Die häufigsten Sichtungen waren links in der Lavendelpfefferminzecke. Dort beschattet der Lavendel die Hälfte des Wassers, ein Großteil ist von mit Algen verwuchertem Weidenwurzelgeflecht abgeschattet und zusätzlich wuchert es dort von Wasserpfefferminz mit Hechtkraut.
Das Wasser an der Oberfläche ist brütend warm. Greife ich in der Lavendelecke unter die flutenden Pflanzen ist es deutlich und recht plötzlich kühler.
Insgesamt macht der Teich den Eindruck, als gäbe es keine adulten mehr sondern nur halbwüchsige - obwohl ja 6 Stück drin sein müssten, auch wenn sie sich auf 15m gut verteilen können -.
Die hohen Temperaturen im Wasser scheinen ihnen deutlich nicht zu behagen. Ich hoffe das bald die Schwimmblattpflanzen sowie Schwimmpflanzen einen Großteil des Wasser bedecken, damit das Wasser auch an der Oberfläche kühler bleibt.
Na ich hoffe, dass irgendwann dieses Jahr doch noch lange genug Wettersituationen und Bedingungen in der Teichanlage herrschen, dass sich die M.ocellatus erfolgreich vermehren. Erst dann hab' ich das Ziel erreicht, Rundschwanzmakropoden unter naturnahen Bedingungen beobachten zu können. Bisher sieht's mit der Vermehrung mau aus und es scheinen nur die Stichlinge dieses Jahr den Teich so richtig vermehrungseinladend zu finden und das recht unbeeinflusst von Wassertemperaturen.
Es scheint ein relativ schmaler Bereich zu sein, in dem sich die M.ocellatus temperaturmäßig wirklich vermehrungswohl fühlen oder es muss etwas anderes sein. Momentan sieht es jedenfalls so aus, als würden sie warme Sommertage in dem Teich nur dann erträglich finden, wenn er großflächig durch Schwimmpflanzen und Schwimmblätter abgeschattet wird, so dass das Wasser an der Oberfläche um die 21°C bleibt?
Es ist wirklich ein vollkommen unerwartet anderes Ergebnis als bei M.opercularis, der jetzt so richtig aufgedreht hätte, vor allem, da man von M.ocellatus liest, dass er zwar überwintern kann aber ausgesprochen heiße Sommer benötige, um sich vermehren zu können, weswegen er in unserer Region Probleme hätte mangels ausreichend häufiger heißer Sommertage. Es sieht eher andersherum aus.
Wenn also bei mir im Teich nicht etwas mir bisher unbekanntes für das Untertauchen der Adulten verantwortlich ist, dann ist es das warme Wasser mit gleißender ungeschützter Sonneneinstrahlung, dass sie in die Versenkung treibt.
Davon gehe ich jedenfalls momentan mal aus.
Werde also schauen, dass ich möglichst viele Muschelblumen auf den Teich bringen.
....
Habe noch mal in dem Zuchtbericht
"Chinesischer Makropode, Macropodus ocellatus, ein Zuchtbericht",
Arbeitskreis Kaltwasserfische und Fische der Subtropen, 2001.
nachgelesen.
Hier finden sich folgende Beobachtungen:
Am 8.8.01 entdeckte ich in diesem jetzt voll der Sonne ausgesetzten Kübel freischwimmende Jungfische bei 21 °C Wassertemperatur ... ein Schaumnest unter dem größten Seekannenblatt .. Gemessene Wassertemperatur an der Oberfläche: 33 °C (!) Selbst im relativ kühlen und regnerischen Sauerland... ist eine Freilandzucht von Chinesischen Makropoden möglich ... Ich denke allerdings, dass dies nur bei nicht eingegrabenen, sondern der vollen Sonne ausgesetzten flachen und möglichst schwarzen Behältern von Erfolg beschieden sein wird
Der damalige Schluss mit den nicht eingegrabenen voll der Sonne ausgesetzten Behältern ist längst überholt, da schon seit Jahren M.ocellatus dauerhaft in echten Teichen gehalten wird. Und im gleichen Text wird ja berichtet von den freischwimmenden Jungtieren bei 21°C und ich hatte eine Brut nach der anderen im Aquarium zwischen 20°C und 22°C erhalten. 21°C erreicht ein Teichwasser und auch jedes natürliche Gewässer in den flacheren Uferbereichen jeden hiesigen Sommer recht leicht.
Was mich aber beunruhigt, ist das Schaumnest bei 33°C. Warum sind bei mir die adulten in dem jetzigen heißen Wetter und 25°C -27°C warmem Oberflächenwasser plötzlich verschwunden wie ausgestorben? Sind sie evtl . aus der Sichtbarkeit des freien Wasser nur deswegen fort, weil sie sich kleinräumig zwischen Pflanzen aufhalten zur Butpflege? Das wäre ja super, aber irgendwie glaub' ich's nicht.
Die einzige plausibel wirkende Erklärung, dass ihnen zu heiß sei, passt nicht zu obiger Beobachtung eines Schaumnestes bei 33°C!
Der Hexenwahn vom 15. bs zum 17. Jahrhundert war keine Ausgeburt des finsteren Mittelalters, war keine kollektieve Manie, es war stattdessen eine von Gelehrten! kräftig propagierte Theorie.