Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich 2

19:00h
TW: 7°C-16°C
OW: 5°C-17°C
Sonnig, strahlendes Sonnenwetter

Heute das letzte Männchen aus dem Aquarienbestand Bestand/623 in den Teich gesetzt: 4°C Temperaturunterschied nach unten.

Heute war richtig leben bei den Macropodus ocellatus.
5 Tiere des Teichüberwinterungsbestandes Bestand/633 regelmäßig zu sehen, darunter auch der Adulte.

Die 2.2 Tiere des entlassenen Aquarienbestandes auch unterwegs.

Heute, nachdem kontinuierlich und mühelos sowohl die Teichüberwinterungs- wie auch die entlassenen Aquarientiere im Teich nebeneinander beobachtbar war, war der wirklich sehr deutliche Unterschied zwischen diesen Beständen unübersehbar.
Jedes Tier war aus der Entfernung leicht und sofort seinem Bestand zuzuordnen.

  • Teichüberwinterer:
    Gleichmäßig glatt leicht metallisch glänzend kupfer-beige-braun mit rötlicher Schwanzflosse;
    Gestalt deutlich schlank, langgestreckte schlangenhaft geschmeidige Erscheinungen, obwohl in der absoluten Länge nicht größer als die anderen. Der Körper ist halt klar niedriger, nicht so hochrückig und der gesamte Rumpf kurz hinter den Bauchflossen deutlich weniger massig und viel beweglicher über diese Länge.
  • Aquarienüberwinterungsbestand (alter DDR Bestand):
    Unregelmäßig rußig fleckig auf grauem Untergrund;
    Gestalt massig wirkend über die gesamte Körperlänge fast bis zur Schwanzwurzel. Passend zu dieser massig-hochrückigen Erscheinung eine viel starrere Beweglichkeit über die Körperlänge. Diese Tiere wirken in ihren Bewegungen nicht schlangenhaft geschmeidig, sondern eher etwas steif!

    Um sie in Zukunft in den Beobachtungen unterscheidend zuzuordnen, werde ich "kupfer" im Zusammenhang mit den Tieren aus der Zucht des Herrn Hauer (Bestand/633) und "grau" für die Tiere aus dem alten DDR-Bestand (Bestand/623) verwenden!

    Beobachtungen nach dem Freilassen des grauen A-Männchens

    Das A-Männchen war bis heute wegen des abgekühlten Wetters der letzten Tage noch im Aquarium in einer Schüssel separiert.
    In dieser Schüssel wurde es heute innerhalb eine halben Stunde um 4°C von 21°C Aquarientemperatur auf die 17°C Oberflächenwassertemperatur des Teiches abgekühlt. Nach dem Entlassen habe ich mich zurückgezogen und dann aus der Wohnung heraus die Tiere im Teich beobachtet (Fernglas).
    Schon bald nach meinem Rückzug begann das graue A-Männchen in seiner Normalfärbung den Teich zu erkunden. Dabei traf es bald auf das nun schon einige Tage im Teich lebende graue B-Männchen. Dieses suchte sofort das A-Männchen auf, legte prächtig dunkle Imponierfärbung mit strahlend hell gestreifter Kopfmaske an und begann in Breitseitimponieren das A-Männchen mit indirekten Schwanzflossenschlägen zu bedrohen.
    Das A-Männchen behielt seine helle Normalfärbung bei nahm aber das Imponieren und Drohen in gleicher Weise auf. So zog sich das hin mit Breitseitimponieren und Schwanzschlägen immer dicht an der Wasseroberfläche diese oft aufwellend und extrem häufigem Luftschöpfen. Beide verhielten sich dabei nahezu synchron: Quasi Gleichzeit Imponieren bzw. Luftholen. Nie konnte ich sehen, dass der eine den anderen imponierte oder schwanzschlug, wenn der andere Luft holen wollte. Luftholen wurde immer zugelassen und als Gelegenheit genutzt selbst Luft zu holen.
    Das zog sich so eine geraume Zeit hin als sich der Modus änderte und beide anfingen, aus der Breitseitstellung heraus dem anderen in die Seite in der Gegend des Schwanzes, dort wo die Afterflosse endet, zu rammen oder zu Beißen (aus der Entfernung optisch nicht unterscheidbar). Einmal hielt das B-Männchen offensichtlich das A-Männchen an dieser Stelle fest (es schien den Afterflossenansatz hinten gepackt zu haben), da sie sich eine Zeitlang wie an dieser Stelle aneinandergeheftet bewegten und das A-Männchen sichtlich versuchte sich zu lösen.
    Auch dieser Modus zog sich nun längere Zeit dahin als es ein einziges mal zum gegenseitigen Maulpacken mit so ca. 3s festhalten kam. Danach ging es wieder in dem Rammmodus weiter und Maulbeißen/-halten kam kein weiteres Mal vor.
    Im Breitseitrammmodus versuchten beide Tiere das Rammen durch den Gegner zu verhindern, indem sie sich mit dem Rücken zu ihm und mit dem Bauch von ihm abgewandt neigten. Die Wirkung war dann immer, dass bei Rammversuchen der Gerammte über den anderen hochrutschte.

    Nach ca. 0.5h begann sich das A-Männchen aus seiner Normalfärbung auch in die strahlenden Imponierfärbung umzufärben und die restliche viertel Stunde ging das Breitseitrammen mit zwei prächtig gefärbten Männchen weiter. Dann auf einmal, also nach ca. einer 3/4 Stunde, ergriff das B-Männchen für mich ohne ersichtlichen Grund die Flucht (nicht sehr eilig aber klar und zügig), wurde vom A-Männchen noch über eine Strecke von 4m geduldig verfolgt bis in die Schilfzone und dann ignoriert.

    Ab jetzt waren für den Rest des Abends die Verhältnisse wieder exakt gleich hergestellt wie im Aquarium, wo auch das A-Männchen das eigentliche Sagen hatte.
    Bevor ich das A-Männchen in den Teich entlassen hatte, gab es noch eine längere Beobachtungsphase, wo ich sehen Konnte, dass das B-Männchen die grauen Weibchen immer mal wieder imponierend ansprach. Diese jedoch reagierten darauf vollkommen gleichgültig, nicht anders als sei gerade ein Molch dicht vorbeigeschwommen.
    Jetzt aber, nachdem das A-Männchen (nach dem länglichen Kampf mit B-Männchen) durch den gesamten Teich 2 zog, tat auch dieses das gleiche wie vorher B-Männchen nun aber mit ganz anderer Wirkung auf die Grauweibchen: Sie reagierten fast immer indem sie selbst ihre Flossen spannten und breitseits einige Zeit mit A-Männchen zusammen Breitseitwedelten, nicht sehr intensiv aber klar und deutlich, bevor dann beide wieder ihres Wegs zogen.

    Es wird sich im Teich also wahrscheinlich genauso fortsetzen wie im Aquarium, dass B-Männchen, egal was es anstellt, sich nicht vermehren wird, weil keines der Grauweibchen das B-Männchen auch nur wahrnimmt.

    Der adulte Kupfer-Ocellatus aus dem Teich war auch unterwegs und seiner Erscheinung und seinem Verhalten nach ist es wohl ein Weibchen. Und auch dieses hatte für die Grautiere bis zum Freilassen des A-Männchens keinerlei besonderes Interesse. Nachdem aber das A-Männchen durch den Teich zog, ist das Kuperweibchen gezielt zum A-Männchen - wie Neugierig - in die Schilfecke geschwommen, ein wenig beiderseitiges Flossenspreizen, dann sind beide durch den halben Teich 2 zusammen gewandert bis sie wieder jeder seiner eigenen Wege ging.




  • Der Hexenwahn vom 15. bs zum 17. Jahrhundert war keine Ausgeburt des finsteren Mittelalters, war keine kollektieve Manie, es war stattdessen eine von Gelehrten! kräftig propagierte Theorie.