Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich

Sonnig, strahlendes Sonnenwetter
TW: 14°C - 19°C
OW: 14°C - 27°C
Siehe Teichprotokoll

Der Teich 2 liegt bis 12:00h immer im Schatten der Hauswand, Von da an bis zum Sonnenuntergang steht er ungeschützt der Sonne ausgesetzt. Teich 1 bekommt schon morgens die Sonne ab wird dabei im Verlaufe des Tages aber an der Linke Seite durch eine kleine Fichte und einen Ginster mit einem wandernden Schatten bis zum Nachmittag teilweise beschattet. Ab Nachmittag steht dann Teich 1 auch ungehindert der Sonne ausgesetzt.
Obwohl Teich 1 also schon 2h früher Sonne bekommt ist er abends bei der Messung fast immer um rund 2°C sowohl im Tiefen- als auch im Oberfächenwasser kühler als Teich 2. Ich denke, dass die weniger windausgesetzte Lage direkt entlang einer weißen Hauswand das verursacht. Die Frühmessung mache ich immer im Teich 1, also im kühleren, währen dich die Abendmessung immer im Teich 2, also im wärmeren durchführe.

Überall sind M.ocellatus unterwegs auch im Teich 1.

  • 10:00h Teich 2:
    Topfmännchen entdeckt aus seinem Topf herausschauend in 20cm vor dem Topf sein Weibchen (sein Weibchen sage ich deshalb, weil ich noch nie eines der anderen Weibchen mit diesem Männchen zusammen gesehen habe), krümmt sich s-förmig frontal auf das Weibchen zu, schießt kurz darauf los und vertreibt es bis hinter den Topf ins Schilf.

    Halbwüchsige inspizieren interessiert eine Schnecke:
    Die Spitzschlammchnecke wird erst von einem entdeckt, der dann bei ihr stehen bleibt und sie inspizierend umkreist. Da sehen dann weiter Halbwüchsige, die dann gezielt zum geschehen kommen und sich am Umkreisen und inspizieren der Schnecke beteiligen. Damit haben sie sich ziemlich lange beschäftigt bevor sie das Interesse verloren.

  • 12:00h Teich 2:
    Heute ist das Topfmännchen aggressiv und nicht so friedlich wie gestern. Auch ist es nicht so stationär auf die Topfumgebung wie gestern, sondern durchstreift, wenn auch der Topf der Punkt ewiger Wiederkehr ist, den gesamten Teich 2 von rechts dem Kanaleingang bis links in die Wasserpfefferminze am Lavendel.

    Am späten Mittag habe ich dann mal einen Versuch gestartet, ob sie sich nicht auch beobachten lassen, wenn ich statt vom Esstisch aus dem Fenster mich direkt an den Teich setze und wie eine Salzsäule Geduld wettkämpfe.
    Habe gewartet bis das Männchen wieder im Topf ist und mich dann direkt davor gesetzt und unbewegt sitzend den Tag genossen Smile.
    Er fand, dass er mich auch beobachten solle. In der ganzen Ewigkeit, und sie war lange!, ist er nur einmal aus dem Topf gekommen, gerade auf mich zu dann schnurstracks eilig wieder zurück. Die ganze Zeit über ließ sich sonst kein Ocellatus mehr blicken.
    Irgendwann kam aus dem Kanal vom Teich 1 herüber ein halbwüchsiger in den Teich 2 geschwommen. Nach 50cm in Teich 2 blieb er wie angewurzelt stehen. Blieb kurz stehen und schien zu versuchen sich darüber klar zu werden, ob diese Salzsäule einer Person die da am Rand sitzt wohl lebendig ist oder nicht. Dauerte nicht lange, dann war er sich wohl klar und eilte schnurstracks geradewegs ins Schilf und ward nicht mehr gesehen. Mir sagt das: Die Rundschwanzmakropoden sind furchtbar aufmerksame Fische und auch in der Lage, jemaden der geradezu die Luft anhält und keinen Mucks tut, trotzdem als das zu erkennen, was er ist: Ein großes Lebewesen, dass evtl. Appetit auf Fische hat.

    Was passiert sonst noch während meines Wartens vor dem Topf - ich kann halbwegs hineinschauen und im Topf fühlen sie sich sicher -:
    Zwischendurch kommt noch sein Weibchen zum Topf und verschwindet eilig darin, als es mich bemerkt. Im Topf wird es dann vom Männchen umworben. Das Männchen imponiert spreitzend, Wedelt mit dem Schwanz und stellt sich während des leichten Wedelns 45° in Seitlage gekippt den Bauch dem Weibchen zuwendend! (Es ist wohlgemerkt das Männchen, das während des Imponierens mit prall gespreizte Flossen dem Weibchen die Bauchseite präsentiert! Das Weibchen tut relativ uninteressiert.)

    Ansonsten gibt's noch eine interessante Beobachtung zum neunstacheligen Stichling: S9: 05.06.10 und
    zur allseits bekannten Riesenvallinerie im Teich: TP: 05.06.10.




  • Und denn, man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist. -Oft lehrt man auch Wahrheit und Irrtum zugleich und hält sich an letzteren. {Johann Wolfgang von Goethe}