Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich

Sonnig, strahlendes Sonnenwetter
TW: 13°C - 16°C
OW: 12°C - 24°C
Siehe Teichprotokoll

Sonne strahlt und Rundschwanzmakropoden sind prompt wieder unterwegs.
Aber heute nicht nur einfach unterwegs sonder ganz deutlich in Balzlaune.

Überall sind jetzt M.ocellatus zu sehen, adulte, jungadulte und halbwüchsige, überall kan man nach kürzester Zeit M.ocellatus sehen. Selbst im Teich 1, der am Abend im Schatten liegt sind graue Halwüchsige zu sehen.

Das kupferne Jungadultmännchen ist am aktivsten und verhaltens- sowie farbmäßig deutlich in Balzstimmung.
Ich finde erstaunlich, wie schnell diese Fische umschalten nd die Gunst des Wetters zu nutzen versuchen.
Die ganze Zeit während des schlechten Wetters ist von ihnen kein Lebenszeichen zu sehen - Quelle: Perönliche Interpretation bzw. Meinungsäußerung und ich bin mir momentan tatsächlich fast sicher, dass sie wirklich auch im Frühlung oder gar Sommer, wenn sie bei ungünstigem Wetter sich in Luft auflösen, einfach irgendwo versteckt verankert passiv ruhen - und kaum schlägt von einem auf den anderen Tag das Wetter von kühlem Dauerregen ins strahlenden Sonnenschein um, schalten die M.ocellatus in Nullkommanichts von Nullaktivität in sprudelnder strahlend gefärbter Brutstimmung um. Das nenne ich einen perfekten spezialisierten Wetteroportunisten. Die kleinste Gelegenheit bzgl. günstiger Wetterverhältnisse wird sofort versucht zu nutzen.

Das jungadulte Kupfermännchen strahlt regelrecht, dass man schon meint es leuchte: Der ganze Körper von der Maulspitze bis in die Schwanzflossenspitze ein kräftiges Kupferrotbraun, wobei die vorderen 3/4 dunkelrotbraun mit noch dunkleren senkrechten schwach kontrastierenden Senkrechtstreifen bedeckt sind. Die Schwanzflosse ist vorwiegend "leuchten" rot mit glänzenden blauen Flecken. Es sieht wirkrlich wunderschön und Prächtig aus, wie es da voll Lebensstrotz sich präsentiert.

Es hat sich wohl entschieden den Innenraum des großen auf der Seite liegenden Blumentopfes als Zentrum zu betrachten und versucht ein kräftiges Kupferweibchen immer wieder anbalzend in den Topf hinein zu locken. Weit und breit bei allen Rundschwanzmakropoden keine echte Aggressivität nur Gebalze vom Männchen und interessiertes Inspizieren durch das Weibchen.

Männchen schlägt scheinbar dem Weibchen Nestplatzalternativen vor

Einmal stellt sich das Weibchen links direkt neben den Blumentopf und inspiziert ganz angestrengt ein daran wachsendes Algengebüsch. Das Männchen Balzt was das Zeug hält, schwimmt hin zum Weibchen spreizend breitseitpräsentierend.
Dabei biegt es ab und an den Körper regelrecht S-förmig: Den Ganzen Körper in einem leichten Boden vom Weichen weggebogen, mit dem Kopf vom Weibchen wegschauend, um dann zwischendurch diese Krümmung beizubehalten jetzt aber den Kopf zurückzubiegen, so dass er genau auf das Weibchen zeigt (sie sind echt wie Gummi). Dabei werden dann die Kiemende3ckelgespreizt während der Schwanz leicht wedelte, dann geht der Kopf wieder zurück in die vom Weibchen frotzeigende Richtung und gleich darauf wieder auf das Weibchen weisend mit gespreizten Kiemendeckeln. Das Weibchen steht meist einfach dabei schaut unbeteiligt in eine andere Richtung antwortet zwischendurch aber auch ab und zu mal positiv duch Schwanzsenken bei gespreiztem Wedeln. Das Männchen wird dann ganz aufgeregt und schwimmt in den Topf, immer wieder rückblickend überprüfend ob das Weibchen mitkommt....
Diesmal aber bliebt, wie oben eingeleitet, das Weibchen neben dem Topf stehen und "tut so als ob alles ihr nichts anginge" und das Algenpolster viel wichtiger sei.
Das hält das Männchen jetzt nicht aus, schwimmt wedelnd und spreizend zum Weibchen hin, stellt sich vor dieses, schwimmt wedelnd ein Stück am Topf entlang, kommt wieder zurück, weil das Weibchen weiter ignorant bleibt. Und das wiederholt sich so 3 Mal als dann das Weibchen aufgibt und dem Männchen zögerlich folgt. So geht's dann immer wieder lockend rund um die Rückseite des Topfen von der andere Seite kommen Männchen voraus in den Topf rein. Da bleiben beide einige Zeit unsichtbar, dann kommt das Weibchen wieder heraus und tut gleich wieder uninteressiert.
Das Interassante was jetzt passiert ist, das Männchen kommt wieder aus dem Topf und Wirbt und lockt in den Topf hinein aber diesmal längere Zeit bleibend ohne Erfolg als dann das Männchen plötzlich umschaltet und zu einem Seerosenblatt schwimmt, sich daunter stellt und wirbt. Dann beginnt es deutlich zu locken, indem es zum Weibchen hinschwimmt, sofort umdreht und prächtig sich zeigend wieder zurück zum Seerosenblatt. Das geht einige Male, bis das Weibchen wie beiläufig zum Serrorsenblatt schwimmt, kurz mit dem Männchen darunter verschwindet und dann wieder uninteressiert wirkend raus kommt. Jetzt geht das Ganze von vorne los nur dass das Männchen diesmal ein anderes Seerosenblatt als Zentrum wählt. Gleiches Ergebnis nach einiger Zeit: Weibchen geht kurz mit drunter, kommt uninterssiert wieder raus und das Männchen beginnt das gleiche Spiel beim 3. Seerosenblatt. Und wieder Weibchen folgt nach einiger Zeit kommt aber kurz darauf wieder raus und verzieht sich nun ruhig und desinterssiert ins Schilf. Das Ganze hat wirklich so gewirkt, als habe des Männchen versucht, dem Weibchen unterschiedlichen Möglichkeiten für einen Nestplatz vorzuschagen und das Weinbchen habe alle "abgelehnt". Der dem Männchen selbst genehmste "Vorschlag" ist aber deutlich ddie Höhle des Blumentopfes.

Jungadultes kupfernes Männchen versucht graues B-Männchen aus dem Nestbreich in den Kanal zu locken

Da musste ich erst genau hinschauen bis ich es glauben konnte:
Irgendwann tauchte im Blumentopfbereich das grau B-Männchen auf - es ist etwas größer als das kupferene jungadulte - und was passiert? Das kupferne Männchen ist nach wie vor prächtig gefärbt. Es siht das B-Männchen schimmt hin und Imponiert vor ihm aber statt, wie ich es erwartet hätte, das graue B-Männchen irgendwann aggressiv anzugehen passiert etwas vollkommen überraschendes. Das Kupfermännchen imponiert und sobald das graue B-Männchen sich auf das Kupermännche zubewegt schwimmt dieses weiter imponierend vom Blumentopfbereich Richtung Kanal und damit richtung Teich 1 langsam weg.
Sobald das B-Männchen wieder aufhört auf das Kupfermännchen zuzuschwimmen, kommt dieses sofort weiter imponierend zurück zum B-Männchen. Das Spiel geht dann so weiter und auf diese Weise bewegen sich beide immer so in 20cm Strecken aus dem Blumentopfbereich fort in den Kanal. Asl sich das B-Männchen bis zum Kanaleingang Richtung Teich 1 vom Blumentopf fortbewegt hat, hört das Kupfermännchen mit denm Spiel auf und bewegt sich weider zurück in den Blumentopfbereich.

Es hab kein Kämpfen keine deutliche Aggression, nur dieses verblüffende scheinbare Weglocken eines konkurrierenden Männchens aus dem eigenen Revierbereich.

Davon abgesehen ist alles recht friedlich trotz der deutlichen lebendigen Balzstimmung und mehrere Tiere ahlten sich so in 2m Umkreis auf. Sie scheinen die relative Nähe zu bevorzugen, schließlich könnten sie sich ja auch in gut 15m Teichlänge verteilen.

Zwei Fastadulte im Kanal wie Kumpel unterwegs

Im Kanal kommen vom Teich 1 her Richtung Teich 2 zwei fast adulte Tiere. Nicht zu erkennen, ob sie gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts sind. Was aber eindeutig und unverkennbar ist, ist, dass sie die gegenseitige Gegenwart wünschen bei der schlendernden fressenden Wanderschaft. Sie bleiben immer dicht beieinander, lassen keinen größeren Abstand zueinander zu und berühren sich bei der Schlenderei auffällig oft immer wieder gegenseitig, so als suchten sie immer wieder den Körperkontakt zu erneuern. Das ist definitiv nicht zufällig. Der Kanal zieht sich über eine Strecke von 5m hin und den ganzen Weg über bleibt dieses Verhalten: Alle paar Zentimeter wird sich beim Schlendern gegenseitig berührt, aneinander entlangstreifen vorbeigeschommen.

Sonstiges

Es hat sich zu meiner Freude ein prächtiger riesiger Wasserkäfer den Teich als Lebensraum ausgesucht!
Entweder ein Gelbrand (Dytiscus marginalis) oder ein Gaukler (Cybister lateralimarginalis). Lt. Beschreibung ist der Gaukler schwarz. Das Tier im Teich war aber bräunlich. Größe so geschätzt gegen 4cm. Ein wirklicher Gigant, vermutlich doch ein Gelbrand. Schön! Werde versuchen ihn zwecks Foto zu fangen. Dann freue ich mich weiter, dass er meine Teich als Lebensraum gewählt hat.




Religion ist der Ruf nach Diktatur! {Raymond Walden}