Rapid morphological change of a top predator with the invasion of a novel prey

TitelRapid morphological change of a top predator with the invasion of a novel prey
MedientypJournal Article
Jahr der Veröffentlichung2017
AutorenCattau, C. E., R. J. Fletcher Jr, R. T. Kimball, C. W. Miller, and W. M. Kitchens
Veröffentlichungsdatum2017
ISB Nummer2397-334X
Zusammenfassung

Der Population des Schneckenmilans Rostrhamus sociabilis in Nordamerika war bis vor einigen Jahren durch kontinuierlich abnehmende Beständen in seiner Existenz bedroht. Seit etwa einem Jahrzehnt nehmen die Bestände nicht nur wieder zu, sondern die Tiere verändern sich morphologisch in Richtung größerer Tiere mit längeren und kräftigeren Schnäbeln.
Verursacht wird die andauernd positive Bestandsentwicklung durch eine große Apfelschneckenart, die vor eniger Zeit aus Südamerika nach Nordamerika eingeschleppt worden war.
Diese versorgt den ehemals bedrohten Bestand der Milane wieder mit ausreichend Nahrungsressourcen und rettet die Population nicht nur so vor dem Aussterberisiko, sondern liefert zusätzlich ein Beispiel für eine schnelle Evolution eines Top-Predatoren aufgrund der Anpassung an eine neu verfügbare eingeschleppte Nahrungsmöglichkeit und zeigt damit die grundsätzliche Fähigkeit einheimischer Arten in schneller Evolution an die veränderten Bedingungen durch neu eingeschleppte bzw. eingewanderte Arten angepasst zu werden.
Die eingeschleppten Apfelschnecken sind durch ihre Größe und Gehäusefestigkeit so gut geschützt, dass nur die sehr wenigen größten und kräftigsten Milane die Chance nutzen konnten, die sich damit ergab. Die Verschiebung der morphologischen Eigenschaften fand in knapp 1.5 Generationen soweit statt, dass die Milane nun statt in einem Abwärtstrend die Wende in einen Aufwärtstrend schaffen konnten. Bisher war unklar, inwieweit vor allem größere länger lebende heimische Arten in der Lage sind, auf neue eingewanderte oder eingeschleppte Arten durch anpassende Evolution schnell zu reagieren. Dies ist nun ein positives Beispiel für schnelle morphologisch anpassende Reaktion einer solchen Population.
{Beispiele bei großen Greifvögeln für entsprechend schnelle Verhaltensanpassungen sind schon lange bekannt. So z.B. bei Bussarden, als mitte des letzten Jahrhunderts die Wacholderdrosseln nach Westeuropa einwanderten. Sie verteidigen sich gegen Beutegreifen wie Bussarde in Gruppen indem sie Greifvögel überfliegen und gezielt bekoten, bis sie durch verklebte Federn flugunfähig werden oder das Gebiet verlassen haben. Die Bussarde waren in den Anfangsjahren mit diesem Verhalten nicht vertraut und wurden so oft Opfer solcher Attacken mit fatalen Folgen. Es hat aber nur wenige Jahre gedauert, bis sie sich damit vertraut gemacht hatten und auf den Angriff der kleinen Wacholderdrosseln rechtzeitig mit Flucht reagierten.}



Invasive exotic species are spreading rapidly throughout the planet. These species can have widespread impacts on biodiversity, yet the ability for native species, particularly long-lived vertebrates, to respond rapidly to invasions remains mostly unknown. Here we provide evidence of rapid morphological change in the endangered snail kite (Rostrhamus sociabilis) across its North American range with the invasion of a novel prey, the island apple snail (Pomacea maculata), a much larger congener of the kite’s native prey. In less than one decade since invasion, snail kite bill size and body mass increased substantially. Larger bills should be better suited to extracting meat from the larger snail shells, and we detected strong selection on increased size through juvenile survival. Using pedigree data, we found evidence of both genetic and environmental influences on trait expression and discovered that additive genetic variation in bill size increased with invasion. However, trends in predicted breeding values emphasize that recent morphological changes have been driven primarily by phenotypic plasticity rather than micro-evolutionary change. Our findings suggest that evolutionary change may be imminent and underscore that even long-lived vertebrates can respond quickly to invasive species. Furthermore, these results highlight that phenotypic plasticity may provide a crucial role for predators experiencing rapid environmental change.
URLhttps://www.nature.com/articles/s41559-017-0378-1



Ich kenne nichts Ärmeres unter der Sonn' als euch Götter! Ihr nähret kümmerlich von Opfersteuern und Gebetshauch eure Majestät und darbtet, wären nicht Kinder und Bettler hoffnungsvolle Toren. {Goethe, Prometheus}