Sprachen

Wie kommen juvenile Rundschwanzmakropoden mit dem Nahrungsangebot im Winter zurecht?

Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung
FAQ: 
ja

Zuerst einmal scheint das Nahrungsangebot im Winter in meinen Teichen nicht wesentlich knapper als im Sommer zu sein.
Die Knappheit bemisst sich ja an dem Nachfrager, hier den Rundschwanzmakropoden, die als Wechselwarme im Winter einen verlangsamten Stoffwechsel auf ihrer Seite haben.
Aber auch davon abgesehen ist ein winterlich mit Eis bedeckter Teich, in dem Sonnenlicht einstrahlt, kein so unproduktives System, wie ich mir vorgestellt hätte.
Man halte einfach mal das Eis an einem natürlichen oder naturnahen Teich durchschaubar und sehe bei Sonnenschein hinein: Es wimmelt darunter von potentieller Nahrung, Asseln sind bei mir am auffälligsten für Rundschwanzmakropoden sind aber auch Schnecken eine typisch genutze Quelle, die auch im Winter bei mir reichlich verfügbar scheint. Dieses Nahrungsangebot wird auch z.B. von Stichlingen den ganzen Winter über in gleichem relativem Maße beansprucht, genutzt wie im Sommer, ununterbrochenes Fressen, was bei diesen leicht zu beobachten ist.

Rundschwanzmakropoden fressen nicht so auffällig wie ein Stichlings-"Staubsauger".
Bei Adulten weiß ich es daher für den Winter nicht.
Bei Juvenilen weiß ich allerdings indirekt, dass sie im Winter mit oder ohne Eis auch Nahrung aufnehmen (was nicht heißt sie schlafen nie, auch die Juvenilen verschlafen lange Zeiten).
Ich "weiß" es indirekt indizienhaft, weil ich im Winter aktive Juvenile fotografieren konnte, die einen Kotfaden produzierten. Die untermauernden Berichte und Bilder finden sich wie meist auf dieser Seite.

Da ich den Winter bisher nie als populationsbegrenzenden Faktor bei den Macropodus ocellatus feststellen konnte, muss für den wahrscheinlich geringen Nahrungsbedarf das Angebot also mehr als ausreichend sein. Vor allem zu Winterende, wenn das Eis durchsichtiger wird oder aufbricht wird dies überdeutlich. Zu dieser Jahreszeit explodiert das Nahrungsangebot in den Teichen geradezu, ohne das das konsumierende Leben, zu dem diese Fische gehören, auch nur annähernd in der Lage ist es zu nutzen.

Einen guten Eindruck des winterlichen Nahrungsangebotes in den Teichen bietet folgende Unterwasseraufnahme im Dezember unter Eis:
Filmaufnahme unter Eis im Winter mit aktivem Rundschwanzmakopoden




Wenn es einen Gott gibt, muß der Atheismus ihm wie eine geringere Beleidigung vorkommen als die Religion selbst. {Huot de Goncourt}