Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Pungitius pungitius der Neunstachelige Stichling

aus der Lavendelecke das große Männchen hat seit heute richtig Stress. Die jungen Stichlinge aus seinem Nest schwimmen frei. Auch wenn sie nicht hektisch sondern relativ ruhig sind, so verteilen sie sich doch gleichmäßig in einem größeren Bereich vor dem Nest, den das Männchen nun ununterbrochen durchstreifen muss, um zu verhindern, dass ein Stichlingsweibchen oder wohl auch ein Rundschwanzmakropode oder ein Bergmolch sich davon einige schnappt. So ungefähr alle 1,5m² befindet sich ein Nestrevier der Stichlinge. Ich vermute, dass es so jetzt wohl in den nächsten Tagen bei fast allen Stichlingsmännchen aussehen wird.

Unter den Weibchen fällt mir auf, dass sie sich in zwei Typen aufteilen: Die eine Gruppe von Weibchen ist relativ gleichmäßig gefärbt, während die andere Gruppe auf silbrig graumem Körper senkrechte Streifen zeigt, ähnlich wie dreistachelige Stichlinge.

Laurasiarana, die Gras- und Wasserfrösche des Teiches

Am Morgen habe ich mir noch Gedanken gemacht, wie die Frösche im Teich, der ja relativ begrenzt ist die Populationsdichte am Teich regeln werden.
Bisher sind es jedes Jahr mehr geworden und dieses Jahr wird der Zuwachs wohl recht groß werden mangels Großlibellenlarven in größere Zahl und weil sowohl die gut 20 adulten Stichlinge des Teiches wie auch die rund 30 adulten Rundschwanzmakropoden nur begrenzte Lust auf Kaulquappen zeigen.
Aber da zeigt lässt sich beim Mittagessen - Glück muss man haben - ein Wasserfrosch dabei beobachten, wie er mit einem Satz sich einen vorjährigen Grasfrosch einverleibt! Der Grasfrosch hatte etwa 1/3 der Größe des Wasserfrosches, also ein mächtiger Happen! Der Grasfrosch schnappte sich ihn mit einem Satz Kopf voraus. Der Grasfrosch, dessen Hinterbeine nur noch aus dem Maul schauten sperrte sich gegen das Verschlucken, indem er die Hinterbeine komplett streckte und auf 90° abwinkelte. Damit mühte sich der Wasserfrosch einige Zeit ab, bis er endlich mit den Vorderbeinen von seinem Kopf her die Beine des Grasfrosches längs strich und ihn so dann endgültig hinunterwürgte. Erstaunlich wieviel so ein Frosch in einem Stück in seine Eingeweide unterbringen kann. Und kaum war der Grasfrosch vollständig hinuntergewürgt ließ sich der nimmersatte Wasserfrosch schon wieder von einer Spinne Appetit machen.
Damit wäre also geklärt, wie die Gesellschaft der Frösche mit einer Überpopulation am Teich fertig wird: Sie verspeisen einfach die kleineren Frösche. Im Prinzip dürften also ab einer bestimmten Populationsdichte alle Jungfrösche spätestens im Folgejahr, wenn sie aus der Überwinterung an den Teich zurückkehren statt abzuwandern im Magen eines adulten Frosches landen. Ohne Jäger für adulte Frösche wie Stelzvögel oder größere Raubfische - die es in einem kleinen Teich natürlich nicht gibt - enden also vermutlich aller Jungfrösche im Magen eines alteingesässenen erwachsenen Frosches bis ab und an mal ein erwachsener Frosch an Altersschwäche sterbend für eine jungen Platz macht. Das zumindest dürfte für die Wasserfrösche gelten, die auf ein Plätzchen am Gewässer angewiesen sind. Die Grasfrösche haben's da besser, weil sie im Frühjahr nur eine kurze Zeit im Teich/Gewässer leben und ansonsten in den Wiesen ihren Raum finden. Allerdings kann einen kleinern Wasserfrosch auch in dieser kurzen Zeit der Appetit eines größeren Frosches am Wassser treffen, wie wir heute gesehen haben.

Im Teich 1 haben die Bergmolche übrigens die Froschgelege nahezu vollständig geplündert bevor sie so richtig die Galerte verlassen hatten. Sie kamen dazu von unten her an die aufgelöste Gallerte und pickten sich aus dem Kaulquappengwimmel immer wieder welche heraus.

Die Erdkröten sind noch nicht aus ihren Gallertschnüren raus.




'Es spielt keine Rolle, wie schön deine Theorie ist. Es spielt keine Rolle, wie klug du bist. Passt sie nicht zu den experimentellen Ergebnissen/Beobachtungen, dann ist sie falsch!'. {nach Richard Feynman, Nobelpreis für Physik 1965}