Melopsittacus undulatus (Wellensittich)

Quelle: Fachpublikationen
PLATZTHALTER

Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus)

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Lebensweise in freie Wildbahn

Im Allgemeinen leben Wellensittiche in Schwärmen von 10 bis 100 Tieren. Doch können sie auch Größenordnungen von hunderttausend angetroffen werden.
In Gegenden mit nicht stabilen Nahrungs- und Wasservorkommen leben sie nomadisch, indem sie bei Ressourcenknappheit die Gegend weiträumig und oft langfristig unvorhersehbar verlassen. Bei stabilem Ressourcenangebot bleiben sie jedoch "sesshaft".
Die Hauptaktivitätszeiten sind so gelegt, dass sie außerhalb der größten Tageshitze liegen.
Zum Fressen bewegen sie sich im Schwarm als Einheit meist am frühen Morgen und späten Nachmittag und gehen mit gefülltem Kropf in die Nachtruhe.
Die aufgenommenen Samengrößen bewegen sich in den Größenordnungen von 0.5mm bis 2.5mm.
Zur Nahrungssuche durchstreifen sie ein Gebiet von einigen Kilometern Radius um ihre Ruhe- bzw. Brutplätze.
Der Nahrungssuche beginnt morgens typischerweise mit dem Aufsuchen der Tränken. Dabei sind sie in der Lage, nicht nur stehend sondern auch aus dem Flug heraus durch kurzes Eintauchen des Schnabels zu trinken.
Gebadet wird bevorzugt in tau- oder regennassem Gras oder Laub. Ins Wasser gehen sie dazu normalerweise nicht.


Wellensittich
Bild: Wellensittich(Zuchtform)
Wellensittich(Zuchtform)
(c)Foto: Erich Willems
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Zuchtform

Systematik
Kladde: Neoaves
Ordnung: Papageien
Gruppe: Loricoloriinae
Gattung: Melopsittacus
Art:
Wellensittiche

Wissenschaftlicher Name
Melopsittacus undulatus

Literaturliste
Bestände

Merkmale und Verwandtschaft

Merkmale

MerkmalWeibchen (adult)Männchen (adult)beideSonstiges
Gesamtlänge 17cm - 20cm
Flügelspannweite ~25cm
Flügellänge9.7cm~9.54cm9.2cm - 10.4cm
Schwanzlänge9.3cm~9.58cm9cm - 10.3cm
Gewicht 26g - 30g
Gefieder Hellgrünes Körpergefieder mit gelbem Gesicht (Maske) und gelber Stirn
Maske gelb, 3 runde schwarze Kehltupfen sowie ein blauer Wangenfleck an jeder Seite. Der Wangenfleck leuchtet in UV-Licht
Wachshaut (Nase)bräunlich runzeligblau, glatt
Beine/Füßerosafarben(Brutstimmung), leicht bläulich (außerhalb Brutstimmung)bläulich
Iris braun

Männchen:1
ad. Stirn, Oberfkopf, Zügel und untere Backengegend am Unterschnabel schön schwefelgelb; auf der Backenmitte einige verlängerte Federchen mit hornartigen, starren Endfahnen, die prachtvoll blau gefärbt sind. Am Ende des gelben Bartfleckes 2 Federn mit halbmondförmigen schwarzen Flecken. Unter dem Auge, Ohrgegend, Hinterkopf, Hinterhals, Mantel, Schultern und der größte Teil der Flügeldecken blassgrünlichgelb, jede Feder mit 4 feinen schwarzen Querlinien, wodurch alle diese Teile regelmäßig quergewellt erscheinen. Auf den Schulter- und Flügeldecken sind die schwarzen Querlinien breiter, gebogen, und nur 2 vorhanden. Schwingen 1-ter Ordnung und ihre Deckfedern düster grün; an Außenfahne schmal gelb gesäumt; an Innenfahne schwärzlich und auf der Mitte derselben mit breiten, keilförmigen, gelblichen Flecken, wodurch unterseits eine helle Querbinde entsteht. (Zuweilen zeigt sich auch auf der Außenfahne der 5.—8. Schwinge ein gelber oder hellgrünlicher Mittelfleck). Schwingen 2-ter Ordnung innen schwärzlich mit gelber Basishälfte, außen grün und schmal gelb gerandet. Die letzten Schwingen 2-ter Ordnung und die längsten Schulterdecken braunschwarz mit breiten gelben Endsäumen, ebenso die Deckfedern der Schwingen 2-ter Ordnung. Unterseite der Schwingen grauschwärzlich. Vom Kinn an die Unterseite, nebst den unteren Flügeldecken , Hinterrücken, Bürzel und den oberen Schwanzdecken prachtvoll grasgrün. Die 2 mittelsten verlängerten Schwanzfedern düster dunkelblau, die übrigen mehr grünblau, mit breitem zitrongelbem Mittelfleck über beide Fahnen und mit breitem schwarzem Saume an Basis der Innenfahne bis zum Gelb. Schnabel hornweißlich an Basis, wie die Wachshaut, hornbräunlich. Füße und Krallen hellhornfahl. Im Leben der Schnabel horngelb, an der Basis grünlichgrau, die Wachshaut dunkelblau, Füße blaugrün; die Iris des auffallend kleinen Auges blassgelb.
Die Vögel weisen einen Geschlechtsdimorphismus in der Färbung der Wachshaut (Nase) und der Beine und Füße auf!
Geschlechterdominanz
Laut Lantermann gehört die Art zu der Gruppe der Papageienvögel mit Männchendominanz in den sozialen Beziehungen zwischen den Geschlechtern. Dies würde bedeuten, dass männliche Wellensittiche gegenüber weiblichen einen höheren sozialen Status inne hätten mit der Folge, dass Weibchen sich gegenüber Männchen unterwürfig verhalten würden (Biol. Def. der Verhaltensdominanz). Das ist ganz offensichtlich ein Fehler im Lantermann, denn jedes Weibchen in ener Wellensittichgruppe, selbst das niederrangigste kann jedes beliebige Männchen, selbst das höherrangigste jederzeit vom Futter verscheuchen oder von einem beliebigen anderen Platz. Bei den Wellensittichen sind ganz klar die Weibchen die dominierende Gruppe und kein Weibchen zeigt irgendwelche Unterwürfigkeitshandlungen gegenüber männlichen Wellensittichen. Ich vermute, dass dieser Fehler im Lantermann auf Grund der Missinterpretation des dauernden Beschwatzens und Bebalzens der Männchen den Weibchen gegenüber als Dominanz über die Weibchen in das Buch gekommen ist. Die Weibchendominanz unter den Wellensittichen zeigt sich auch bei der Gruppenhaltung im Schwarmflug: Starten die Weibchen zieht das so gut wie immer die Männchen mit. Starten die Männchen, sind die Weibchen davon sehr oft unbeeindruckt und bleiben sitzen. Auch bei der Verteidigung der Nisthöhlen wird es sehr deutlich: Männchen verteidigen gegen Männchen, nie gegen Weibchen, selbst wenn die Absichten des fremden Weibchens eindeutig destruktiv sind. Weibchen verteidigen gegen Weibchen und Männchen, wenn sie das Fremde nicht ausstehen können. Können sie es ausstehen, lassen sie sich aber auch gerne von mehreren Männchen am Nest versorgen. Ich habe ein Weibchen, welches sich in einer Saison von zwei Männchen versorgen ließ: Männchen A durfte es am Höhleneingang füttern, Männchen B nicht, es wurde ignoriert oder bei Fütterversuchen gehackt. Männchen B dagegen durfte den Paarungspartner spielen, welches Männchen A von diesem Weibchen nie angeboten wurde. Männchen B war zwei Jahre Älter als Männchen A. Männchen A war knapp etwas mehr als ein Jahr alt. Die beiden Männchen haben sich nicht miteinander vertragen.



Jungvögel zeigen eine abweichende Zeichnung:
Die Färbung ist matter, die Wellenzeichnung zieht sich in die Stirn bis zur Wachshaut, Iris ist grau bis schwarz, Kehltupfen sind unregelmäßig, Schnabel anfänglich schwärzlich.
Nach 3 bis 4 Monaten Umfärbung in Adult.

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Nahrung in freier Wildbahn

Wellensittiche fressen vorwiegend am Boden die Samen von Gräsern und Kräutern bevorzugt aber von Bodendeckenden Kräutern. Samen von höher wachsenden Pflanzen sind in den Mägen wilder Wellensittiche fast nie nachweisbar. Die Samengrößen liegen zwischen 0.5mm und 2,5mm Größe. Die Mehrzahl der in Studien bei wild lebenden Wellensittichen nachgewiesenen Samen waren ausgereift. Die Annahme, dass für die Jungenaufzucht halbreife Samen benötigt werden konnte an bei Wildvögeln nicht bestätigt werden. Für erfolgreiche Bruten in freier Wildbahn muss Nahrung für mindestens drei Monate im Überfluss vorhanden sein.
Zu den bevorzugten Sämereien gehören in freier Wildbahn laut Higgins,1999:
Amaranthus mitchellii(Neophyt), Kaplöwenzahn:Arctotheca calendula(Neophyt), Süßgras:Astrebla elymoides(heimisch), Süßgras:Astrebla lappacea(heimisch), Süßgras:Astrebla pectinata(heimisch), Süßgras:Astrebla squarrosa(heimisch), Melde:Atriplex angulata(heimisch), Melde:Atriplex crassipes, Melde:Atriplex eardleyae(heimisch), Melde:Atriplex lindleyi(heimisch), Melde:Atriplex muelleri(heimisch), Melde:Atriplex spongiosa(heimisch,sehr große Samenzahl), Melde:Atriplex vesicaria(heimisch), Boerhavia diffusa(heimisch), Chenopodium auricomum(heimisch), Ch. carinatum, Trubenhafer:Danthonia semiannularis(Neophyt), Süßgras:Enneapogon polyphyllus(heimisch), Stinkgras:Eragrostris cilianensis(Neophyt), Stinkgras:E. setifolia(heimisch), Erioachne arastidea, Süßgras:Eriochloa australiensis, Süßgras:E. creba, Holzapfel:Malus sylvestris(Neophyt), Drahtstrauch:Muehlenbeckia cunninghami, Rispenhirse:Panicum leavinode, Paspalidum globoideum, Portucula oleracea, Prunus domestica, Schismus barbatus, Sorghum, Spergularia rubra, Stipa, T ragus australianus, T riodia, T riticum aestivum.

Stichwörter

  1. Fluggeschwindigkeit bis 90 km/h
  2. Können in freier Wildbahn Wochen ohne Wasser aushalten
  3. Wenn sie trinken, trinken sie schnell (3s) und vielfach im Flug über der Wasserfläche




Religion ist der Ruf nach Diktatur! {Raymond Walden}