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Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung





Beobachtung im Kellerteich

Juveniler M.ocellatus im Winter

Länge: ~6m
W: Tags:15°C - 17°C
W: Nachts: Richtung 10°C






Da ich nun seit langem auch wieder Macropodus opercularis, den Gabelschwanzmakropoden habe und zwar Macropodus opercularis "Nanjing" gibt's nun seit langer Zeit auch mal wieder Beobachtungen zu dieser Art.

Es sind 7 diesjährige Juvenile in Größen bis zu aufgerundet 3cm SL. Geschlechteraufteilung vermutlich 3.4.

Sie haben sich inzwischen den Kellerteich in 3 Zonen aufgeteilt:
Ein Pärchen hat es sich häuslich eingerichtet im Bereich des Filterwassereinlaufs in den Teich - Durchsatz (Datenblatt) 1000L/h -.
Eines hat die Mitte besetzt und eines das andere Ende wo die Filterpumpe das Wasser in den Filter zieht.
Am Filtereinlauf ist die Strömungswirkung am stärksten und nimmt dann bis zu 3 Pärchen kontinuierlich sich verteilend ab.

Die Tiere sind nun seit dem 4.11.12 bei mir und die Aufteilung hatte sich schon nach 3 Tagen eingerichtet und soweit ich das erkennen kann,
bleiben die Paarungen dieser Juvenilen stabil, so dass ich davon ausgehe, dass sie schon frühzeitig relativ stabile Pärchen bilden werden,
so wie ich es auch bei den Rundschwanzmakropoden kennen gelernt habe.

Ich habe bisher auch nie gesehen, dass eines der Pärchen überhaupt versucht, das von ihm besetzte Gebiet überhaupt einmal in Richtung des jeweiligen Nachbarreviers zu verlassen.
Das fällt vor allem im Vergleich mit den Guppies auf, die sobald ich füttere die gesamte Länge des des Kellerteiches viele male eilig durchstreifen.
Die M.opercularis verlassen auch zum Füttern nicht ihr Revier.

Bei dem Pärchen in der Teichmitte gibt es öfter schonmal kleine Stupsereien des Männchens gegenüber seinem Weibchen. Das Weibchen reagiert darauf, indem es ~20cm ausweicht, dreht dann aber typischerweise sofort wieder um und kehrt zum Männchen zurück. Gemeinsam schwimmen sie dann weiter herum. Also alle 3 Pärchen sind klar aneinander orientiert. Sie haben genug Raum um zu erkenne, ob sie zufällig in gegenseitiger Nähe sind oder weil sich sich zusammengehörig finden.
Oft sind sie an den gegenüberliegenden Seiten ihrer jeweiligen Reviere unabhängig voneinander unterwegs, deutlich häufiger aber in gegenseitiger Nähe, in einem Umkreis von bis 30cm. Und nie konnte ich sehen, dass einer von ihnen die Nähe eines der Tiere aus den Nachbarpärchen aufsuchen würde.
Mal sehen ob das so bleibt.

Was mir schon kurz nach dem Einsetzen aufgefallen ist:
Sie "grüßen" sich mit Bauchpräsentieren und auf die Seite legen nicht viel anders als ich es auch bei den M.ocellatus regelmäßig sehe.
Die erste dieser "Gruß"-Aktionen konnte ich bei dem Pärchen aus der Teichmitte beobachten: Beide trafen sich irgendwo und bei einem Abstand von rund 3cm legte sich das deutlich größere Männchen auf die Seite den Bauch dem Weibchen zugewandt. Sie kreisten dabei ganz langsam bis dann das kleinere Weibchen seinerseits sich auf die Seite kippen ließ, allerdings mit dem Rücken zum Männchen, dann wurd' alles etwas unentschiedener, sie richteten sich wieder auf und inspizierten zusammen die Umgebung eine kurze Zeit.

Es sind zierliche Fische die Gabelschwanzmakropoden "Nanjing".
Die größten adulten (über 1 Jahr alt), die ich bei Günter in den Aquarien gesehen habe, als ich bei ihm die Jungtiere holte, erinnerten mich viel eher an Rundschwanzmakropoden von der zierlichen nicht sonderlich hochrückigen Form her als an die Zooladen-Gabelschwanzmakropoden mit den massigen hochrückigen Körpern, die ich 2008/2009 sommers im Außenteich hatte.
Ich kann mir die M.oercularis "Nanjing" derzeit nicht in einer Rolle vorstellen, wie ich sie damals bei einem meiner M.opercularis gesehen hatte, als dieser - außerhalb der Brutzeit - einen wirklich kräftigen großen dreistacheligen Stichling mit einem regelrechten Sprung über Wasser raus auf den Stichling drauf ins Wasser rein in panikartige Flucht trieb. Diese Nanjing wirken mir da viel zu zerbrechlich für.
Mal sehen ob das so bleibt.

Damit habe ich jetzt eine Gruppe Macropodus opercularis aus dem nördlichsten Verbreitungsgebiet der Art die mir sehr gut gefällt.
Ich werde also versuchen, sie wie die M.ocellatus als Dauerbestand in Form einer Minipopulation im Kellerteich zu etablieren und so die Möglichkeit haben
1. auch im Winter Makropoden in einer größeren Gruppe relativ unbeeinflusst beobachten zu können
2. ihr Verhalten mit dem bei den Rundschwanzmakropoden beobachteten längerfristig in einem größeren Raumangebot vergleichen zu können
3. zu beobachten wie sie sich im Vergleich zu Rundschwanzmakropoden in der Brutzeit mit fremden Mitbewohnern auseinandersetzen.

Das Erste worauf ich in diesem Zusammenhang gespannt bin, ist die Energie, die sie in die Brut stecken müssen und ihr Bruterfolg, wenn sie selbst für diesen verantwortlich sind.
Die M.opercularis die damals im Außenteich gelaicht hatten mussten verglichen mit Rundschwanzmakropoden wirklich einen enormen Aufwand bis zum Schlupf treiben und ihr Bruterfolg war absolut miserabel, obwohl es nur wenige Guppies im Teich gab und einige Großlibellenlarven (Am Wetter lag's nicht, war super zu der Zeit).
Nun mal sehen wie das nächstes Frühjahr im Kellerteich bei den Nanjings wird, wenn die Temperaturen hoch gehen.
Ich schätze sie werden wohl schon so ab 18°C loslegen, da sie jetzt bei 15°C durchaus agil und zu Plänkeleien bereit sind.
Sie greifen auch schon regelmäßig immer mal wieder testweise die großen Guppyweibchen an, die derzeit wirklich noch klar massiger und größer sind.




Wissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit des 'Wissenschaftlichen Konsenses'. {frei nach Richard Feynman}