Macropodus ocellatus <Inch'on Chemulpo Seoul>

Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Dies ist eine Linie, die auf einen koreanischen Händler zurückgeht, der sie auf einer Messe (Orchideen-Messe?) in Hanau angeboten hat. Dort wurden sie von einem Trierer Halter gekauft und gelangten über diesen an Th. Seehaus (Ausk. Dr. Th. Seehaus).
Es sind die Tiere aus diesen Beständen.

Die 10 Tiere aus meinem Bestand/1529 zeigten sich ursprünglich als Jungtiere zwischen 16mm SL und 28mm SL, wie ich sie erhielt, als schlanke schlangenhaft-längliche nicht hochrückige Tiere in der Gestalt den Tieren aus Bestand/633 sehr ähnlich.

Später jedoch, als halbwüchsige und Jungadulte zeigten sich die 10 Tiere in ihrer Gestalt deutlich variabler als die Macropodus ocellatus <Hauer> (Bestand/633). So bildeten sich sowohl relativ hochrückige wie auch längliche, Tiere mit auffallend deutlichem Nackenbuckel wie auch Tiere mit weniger ausgeprägten. In dieser Hinsicht sind die Kupferklaner (Bestand/633) beständig schlank, länglich.
Die Flossenfarben der jungadulten zeigten sich schon im Aquarium klar anders als die der Kupferklaner: Die Rücken- und Afterflosse sind bei meinen Koreanern deutlich bläulich dominiert während sie bei den Kupferklanern mit wenigen bläulichen Sprenklern klar rot dominiert sind.
Die Schwanzflossen haben sich erst im Teich kräftig gefärbt. Einmal nur konnte ich im Dunkeln in der taschenlampe einen genau sehen. Zu meiner Überraschung war dessen Schwanzflosse auch mit relativ vielen blauen Sprenklern, wirkte eher bläulich als rötlich. Bei den Kupferklanern sind auch die Schwanzflossen klar rot dominiert.
Auf chinesischen Webseiten im Internet habe ich Bilder von Rundschwanzmakropoden aus unterschiedlichen Fangregionen gesichtet. Es ist in diesen Bildern keine spezielle Färbung der Flossen oder des Körpers nach Fundortregion verifizierbar gewesen. Ich vermute daher, dass die farblichen Unterscheidbarkeiten in den gehaltenen Linien - z.B: die recht stabile rote Farbe bei den Kupferklanern - Folge von Haltungsselektion in kleinsten Haltungspopulationen aus zufälliger Startpopulation und bewussten und unbewussten Farbbevorzugungen der Züchter ist.
Anders ist es mit der Hochrückigkeit:
Rundschwanzmakropoden sind kleine Fische. In einer Umgebung mit räuberischen größeren Fischen könnten sie einen großen Vorteil daraus ziehen, hochrückigere Formen auszubilden, da diese sperriger sind und somit seltener in den Schlund räuberischer Fische verschwinden.
So könnte es sein, dass die schlankeren Tiere aus Populationen stammen mit geringerm Druck durch Raubfische, während die Deutlich hochrückigen aus Populationen mit hohem Druck durch Raubfische kommen.
Ein solche Anpassung kann sich in wenigen Generationen durchsetzen. Von der Karausche weiß man z.B., dass diese in solcher Weise in lokalen Populationen sehr schnell auf die Gegenwart von hohem Druck durch Raubfische reagiert.

Die 10 Koreaner zeigten als Jungadulte eine auffällig hohe Variablilität bzgl. der Hochrückigkeit. Es dürfte also bei den Rundschwanzmakropoden genügend Selektionsvariablilität vorhanden sein, um eine ähnlich schnelle Reaktion auf Raubfische in der Populationsanpassung zu realisieren wie Karauschen.

Ich warte noch auf eine größere Population adulter "Koreaner" im Teich, um festzustellen, ob sie wie beschrieben vorwiegend rötliche Schwanzflossen ausbilden oder einfach variabel sind.




Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Erde verändern. {Afrikanisches Sprichwort}