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Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich 2

14:30h- 15:00h:
TW: 6°C, OW 8°C
Sonnig, strahlendes Sonnenwetter
Siehe: 27.02.10

Rechts auf der Wiesenzugewandten Länge rund 1m vom Kanaleingang entfernt entdecke ich mit dem Fernglas einen M. ocellatus in ca. 40cm Tiefe.
Er bewegte sich uhrzeigergleich dicht am Hang gaaa...aaanz langsam nach oben.
In der Nähe hielt sich ein Rückenschwimmer auf. Der M. ocellatus wirkte ~ 1cm-1.5cm länger, also
Geschätzte SL: 3cm.
Es dürfte also einer der kleineren aus dem Bestand/633 gewesen sein.
Farbe: Wie im Sommer letztes Jahr durchgehend dunkel, allerdings nicht wie im Sommer eine schöne beige-braune Grundfarbe. Dieses mal war zwar Braun immer noch das Bestimmende aber mit einem Anflug von Grau.

Es war schwer ihn im Auge zu behalten, da wegen der extrem langsamen schwebenden Bewegungsweise beim Wegschauen immer die Gefahr bestand, ihn aus dem Auge zu verlieren.

In dieser Art schwebte er brustflossengetrieben bis in ein Algenpolster dicht unter der Oberfläche (das brauchte so 10 Min. bis er die Strecke von 40cm nach oben gekommen war. Eine wirkliche Geduldsprobe! Wäre ich ein Fischräuber, ich hätte ihn wohl längst aus reiner Genervtheit als unessbares schwebendes Pflanzenteil aufgegeben).
In diesem Algenpolster habe ich ihn dann tatsächlich aus den Augen verloren. Es war einfach nicht möglich diesen langsamen Bewegungen in dem optischen Algendurcheinander mit den Augen zu folgen. Die streikten und zwangen mich einfach mal kurz woandershin zu schauen - auf den riesigen Stichling (~10cm), welcher 1.5m entfernt am Grund rumpanzerte.
Und mit dieser Ablenkung war's dann geschehen, ich fand ihn für 5 Minuten nicht mehr wieder.

Erst als er dann vom Ufer weg ins freie Wasser glitt konnte ich ihn wieder erfassen. Die restliche Zeit hat er sich dann im freien Wasser aufgehalten. In der Mitte der Wasserfläche schwimmt ein Wasserknöterich dort ist er dann hin und möglicht immer mehr oder weniger parallel und an diesen Stengeln entlang geschlichen.
Einmal machte er unterhalb eine längere Pause und schoss dann plötzlich mit einem Satz und gespreizten Flossen senkrecht von dem Stengel um 15cm weg. Erst dachte ich, er habe mich irgendwie bemerkt. Kurz darauf klärte sich die Situation dahingehend, dass ungefähr an gleicher Stelle unterhalb des Zweiges ein Rückenschwimmer lauerte. Der M.ocellatus hat diesen wohl als bedrohlich bemerkt und sofort den zu dieser Bedrohung grade ausreichenden Abstand eingenommen.
In der gesamten Zeit hat er nicht einmal für mich erkennbar Luft von der Oberfläche geholt, obwohl er die meiste Zeit unmittelbar unter dieser unterwegs war.

Zusammenfassung Wink :
S U P E R !!
Damit ist die Hoffnung in Gewissheit verwandelt:
Die M.ocellatus haben diesen Winter im Teich überstanden wie bisher auch in den anderen Herkunftsteichen dieses Bestandes.
Und wenn es auch nur ein einziger ist, so ist dieser aber ein

  • ~3cm SL Jungfisch, was zeigt, dass diese Art auch schon als Jungfisch einen mitteleuropäischen Winter übersteht. Siehe zu den Bedingungen Teichprotokoll
  • Wo ein halbwüchsiger M. ocellatus überleben konnte, da werden wohl auch die anderen 9 halbwüchsigen und 1 adulter überlebt haben!
    Und damit ist aller Grund zur Freude vorhanden.



  • Die zur Wahrheit ziehen, ziehen allein. {nach Christian Morgenstern}