Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Aquarium

Aquarium Bestand/1306
W: 18°C

Aufteilung
In zwei Abteile aufgeteiltes Aquarium: links A-Abteil, rechts B-Abteil
Gesamtoberfläche: 100cm * 50cm
Ganz links: Filterschwamm
Mitte: Abteiltrennwand aus Filterschwamm oben an der Frontschweibe mit dem einzigen schmalen Durchgang.
Besatz: Rundschwanzmakropoden 2.2 Macropodus ocellatus <Guangzhou>
Spätestens jede 2. Woche wird das Wasser durch Wechsel auf eine Temperatur von ca. 10°C bis 13°C gesenkt.
Die Tiere sind alle über dunkle Fleckungen gut individuell unterscheidbar:
Schnellbunt: Keine rußigen Kehlflecken
Klara: keine rußigen Flecken in After- und Schwanzflosse
Immerblass: rußige Flecken an der Kehle
Flecka: rußige Flecken in After- und Schwanzflosse





Zum Start der Beobachtungsnotizen zu dem Guangzhou-Paar im Aquarium bekommen alle 4 individuelle Namen

und zwar, damit ich bei den Beobachtungen eindeutig zuordnen kann, wer was mit wem tut.

Allgemein

In dem Becken sind 2.2 Tiere des Mimbon-Imports.
Alle vier Tiere sind verglichen mit den Tieren aus meinem Teichbestand - wie schon unter [[Bestand/1306]] beschrieben auffällig wenig scheu.
Dies gilt nun auch nach längerer Beobachtung im Aquarium und im direkten Vergleich mit diesjährigen Jungtieren.
Ich halte 7 diesjährige Jungtiere aus dem Teichnachwuchs zum Vergleich seit Ende Sommer im Aquarium also unter vergleichbaren Bedingungen wie diese Guangzhou-Tiere.

Wenn man sich vor dem Aquarium mit den Teichtieren setzt, reicht die geringste Bewegung aus und sie schießen kreuz und quer und versuchen wie Geschosse aus dem Aquarium zu springen. Die Scheuheit zeigt zwar deutliche individuelle Unterschiede, ist aber bei jedem einzelnen der 7 vollkommen dominierend.

Ganz anders bei den Guangzhou-Tieren.
Keines der 4 Tiere zeigt eine derart panikartige Scheu. Egal wie man sich vor dem Becken bewegt, es gibt keine blitzartig wegschießenden Fluchtbewegungen und erst recht keinerlei Versuche durch Sprünge aus dem Wasser zu fliehen.

Da beide Gruppen im Aquarium gehalten werden, also an Menschen und deren Bewegungen gewöhnt sein sollten, ist der Unterschied wohl eine Eigenart dieser Linien.

Speziell

Die 4 Mimbon-Tiere unterscheiden sich individuell jedoch wieder stark bzgl. der Scheuheit:
Die beiden Extrempole bilden die 2 Männchen. Während eines der Männchen in seiner Scheuheit an den Teichnachwuchs erinnert, indem Bewegungen vor dem Aquarium dieses sofort nach hinten an die Rückscheibe gleiten lassen, wobei es sich oft zwischen den Pflanzen versucht zu verstecken, bewirkt das selbe Ereignis bei dem anderen Männchen das exakte Gegenteil. Dieses kommt sofort bei auffälligeren Bewegungen nach vorne an die Scheibe, zeigt keinerlei Angst.
Die beiden Weibchen liegen irgendwo zwischen diesen Extrempositionen der Männchen.

Die Namen unter denen ich sie bei künftigen Beobachtungsnotizen nenne werde

Schnellbunt bzw Fußfleck
Schnellbunt bzw. Fußfleck ist das oben beschriebene absolut unscheue, neugierige Männchen.
Außer über die Statur ist es leicht und eindeutig über einen länglichen rußigen Fleck am Ende der Afterflosse am Flossenansatz zu erkennen sowie über eine vollkommen rußfleckenfreie Kehlgegend. Auf der Körperseite zeigt es fast immer eine leichte Fischgrätenzeichnung und auch die Kopfmaske ist wenigstens angedeutet immer vorhanden. Es ist ein klar jungadultes Männchen, welches bereits begonnen hat, die Schwanzflosse wie auch die After- und Rückenflossenzipfel zu verlängern. Insbesondere den Rückenflossenzipfel trägt er immer wie eine Standarte erhoben mit "flatternden" Bewegungen. Seine Statur wirkt insgesamt aber zierlicher, weniger scheibenförmig als die des anderen Männchens. Meistens trägt er inzwischen eine braune dunklere Körperfärbung mit roter Schwanzflosse und ist schnell bereit, seine Kopfmaske (ist ja eigentlich eine sich bis zur Brust ziehende) zu zeigen. Er ist immer neugierig und immer bereit zu schauen, ob Aktivitäten vor dem Aquarium nicht Futter oder ähnliches bedeuten könnten.
Das Rot der Schwanzflosse ist nur durch wenige kleine blaue Punkte unterbrochen und zieht sich bis auf die Schwanzwurzel hoch.
Sein bevorzugter Aufenthaltsort, wenn er alleine ist, ist das A-Abteil des Aquariums. Zu Versammlungen aller 4 Tiere treffen sie sich allerdings immer im B-Abteil.
Immerblass bzw. Kehlfleck
Immerblass ist der Scheue von beiden Männchen. Seine Statur wirkt scheibenförmig flächiger als die von Schnellbunt und damit auch größer und klar hochrückiger. Allerdings hat er bisher weder Schwanzflosse noch Flossenzipfel soweit ausgetrieben wie Schnellbunt. Seine Rückenflossenstandarte trägt er bisher bis auf wenige Ausnahmefälle gradlinig in der Verlängerung der Rückenflossenlinie, also nicht standartenmäßig erhoben wie Schnellbunt. Unbekümmert bewegt er sich nur, solange man sich vor dem Becken realtiv ruhig bewegt. Andernfalls zieht er sich nach hinten in Deckungsbereiche zurück. Er zeigt so gut wie nie eine dunklere Körperfärbung und die Gesichtsmaske wird zusammen mit dem Fischgrätenmuster nur hervorgehoben, wenn Schnellbunt ihm auf die Nerven geht.
Sein bevorzugtes Abteil ist das B-Abteil, in dem er sich nahezu immer aufhält, wobei er den hinteren Teil dieses Abteils als seinen persönlichen Bereich ansieht. Das A-Abteil wird nur ausnahmsweise aufgesucht.
Klara
Klara ist ein Weibchen, welches sich zur Zeit wie Schnellbunt auch meist relativ dunkel zeigt oft mit Andeutungen einer Gesichtsmaske. Erkennbar ist es aber an den Rußfleckenfreien Schwanz- und Afterflossen.
Flecka
Das Weibchen Flecka zeigt sich vorwiegend hell gefärbt ähnlich wie Immerblass.
Eindeutig zu unterscheiden von Klara ist sie sie jedoch durch die zahlreichen rußigen Flecken in After- und Schwanzflosse.

So,
damit sind alle 4 namentlich identifiziert und in künftigen Beobachtungen klar unterscheidbar.
Im folgenden Bild sieht man Schnellbunt und Klara zusammen von Abtail-B ins Abtail-A wechseln.

Hier noch zum Abschluss eines der Weibchen, wie es durch die Wasseroberfläche eine Obstfliege fixiert, um nach ihr zu springen:

Im Teich ist Schneeruhe....

Dort sieht es seit langem nun so aus:

Bis auf wenige Momente, zu denen mein Beobachtungsfenster (durchsichtig gemachte Eisfläche) mal schneefrei und damit das Teichinnere halbwegs beobachtbar macht, liegt der Teich im Dunkeln.
In den Augenblicken mit klarem Eis ist bisher das am meisten Überraschende die "Gesellschaft der Frösche".
Ich dachte immer Frösche, die im Wasser unter Eis überwintern seien reglos. Aber nichts davon. Sie sind zwar relativ ruhig aber weit von unbeweglich entfernt. Jedesmal, wenn das Eis durchschaubar ist, sehe ich etliche von ihnen in den Riesenvalisnerien hocken und auch langsam herumkrakseln.




Besser zehn Schuldige freisprechen, als einen Unschuldigen verdammen. {}