Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich

Leichter RegenNormaler RegenGrau bedeckt
TW: 9°C - 9°C
OW: 7°C - 8°C
Siehe Teichprotokoll

Da die Frage nach dem Wann und Warum der inaktiven Ruhe (Schlafen) bei den Rundschwanzmakropoden nach den bisherigen Beobachtungen nicht über einen einfachen Wetterzusammenhang erkennbar scheint, habe ich ab heute im Tagesprotokoll eine neue "Vitalitäts"-Klasse eingeführt, die als graue Farbe dargestellt wird (siehe Teichprotokoll).
Diese Klasse wird ab jetz dann zugeordnet, wenn ich inkl. der Tiere im Vergleichsgatter positiv feststellen konnte, dass die adulten Macropodu ocellatus des Teiches tatsächlich in einem Schlafzustand sind.

Die Protokolleinträge seit Frühjahr habe ich entsprechend ergänzt.
Findet man also im Teichprotokoll für die Rundschwanzmakropoden (MOc) eine graue Farbe, so heißt dies, an diesem Tage wurden sie eindeutig in einem Schlafzustand beobachtet.

Ich denke dann, dass in der Übersicht im Laufe der Zeit so ein evtl. Wetterzusammenhang besser erkennbar wird bzw. nachvollziehbar erkennbar wird ob oder ob nicht ein Zusammenhang zur Temeperatur oder den Wetterverhältnissen besteht.

Inaktive Ruhe

Heute ist z.B. so ein Tag. Morgens
10°°h
finde ich außerhalb des Gatters kein Anzeichen eines adulten Rundschwanzmakropoden. Im Gatter ist auch keiner zu sehen. Um festzustellen, ob sie sich nur vor mir verstecken oder schlafen suche ich mit einem Stab tastend alle möglichen Verstecke ab.
Zuesrt finde ich ein Tier hintenrechts zwischen zwei Steinen geklemmt. es schaut nur das Schwanzende hervor und auf dem Fisch liegen Bodenablagerungen verteilt. Er ist damit kaum zu erkennen. Mit dem Stab gehe ich unterhalb des Schnwanzes und kann den fisch so in eine Kopfuntenstellung manövrieren. Der Fisch zeigt keine auffällige Regung außer ein klein wenigr Schwanzflosenbewegung wie als Gleichgewichtsausgleich. Also: Er regt sich nicht flieht nicht und wird auch nicht angespannt. Es gibt Reaktion auf die Umwelt, aber limitiert, eingeschränkt. Er blieb dann in der von mir eingerichteten Lage.

Ich suche mit dem Stab noch eine Gatterecke ab. Dabei weicht mit plötztlich um 5cm einer aus, den ich offensichtlich etwas weniger Sanft mit dem Stab berührt habe.
Auch dieser bleibt nach dem Ausweichen dort am Boden vollkommen Deckungslos einfach ruhig und entspannt wirkend liegen. Auch dieser zeigt jetzt keine weitere (unprovozierte) Reaktion auf seine Umgebung, obwohl ich weiter hantiere für ihn gut sichtbar bin, flieht/versteckt er sich nicht.
Ich schiebe ihn wieder mit dem Stab an und kann ihn so in etwas höhere Wasserschicht befördern, ohne dass er ernsthafte Flucht zeigt.
Mit dem Kescher lässt er sich dort im freien Wasser bequem und ohne Eile herausholen. Im Kescher stelle ich sicher, dass er nun aufgewacht ist, indem ich auf deutliches Gezappel warte, dann entlasse ich ihn wieder ins Gatter.
Die anderen Fische des Gatters zeigen bzw. rühren sich nach wie vor nicht. Der geweckte allerdings flieht und versteckt sich nun auf die typisch wachsam orientierte Weise.
Also:
Der zweiten Fisch schlief eindeutig auch und ließ ich regelrecht wecken und verhält sich dann deutlich anders als vorher beim Schlafen.

14°°h:
Der geweckte Rundschwanzmakropode und auch kein andere im Gatter zu sehen.
Also gehe ich raus, um zu prüfen, ob der geweckte wieder schläft oder immer noch wach sich wie dann zu erwarten and der Wasseroberfläche unter dem Seerosenblatt aufhält.
Als ich mit dem Stab das Seerosenblatt vorsichtig und langsam beiseite schiebe, schießt darunter sofort ein hellwacher agiler und in der Bewegung temperaturunbehinderter Rundschwanzmakropode in Deckung nach unten.
Also:
Der am Morgen geweckte ist am frühen Nachmittag immer noch hellwach und normal agil!
Auch am späteren Nachmittag kann ich ihn dann mit dem Fernglas im Gatter an der Oberfläche schwimmen sehen.

Fazit:

  • Das kalte Wasser zwingt sie nicht in den Lethargiezustand, indem es ihre Beweglichkeit über die Kälte herabsetzt!
  • Heute schlafen die Rundschwanzmakropoden im Teich eindeutig.
  • Wacht einer aus dem Schlaf auf, so scheint er nicht nach dem Ende der Aufwachursache bei sonst gleich bleibenden Bedingungen schnell wieder in den Schlafzustand zu gehen. Wann geht er wieder schlafen? Mal sehen, ob die Nacht reicht, ihn morgen wieder in Schlaf verharren zu lassen.

    Juvenile mit anderem Wetterverhalten

    Die Juvenilen Macropodus ocellatus verhalten sich auffällig klar anders als die adulten und jungadulten!
    Sie sind eigentlich immer irgendwo aktiv zu sehen. Auch heute fällt es nicht schwer mit dem Fernglas mehrere juvenile (ca. 2cm SL) in allen Wasserschichten aktiv zu finden. Dem Verhalten nach scheinen sie dabei auf Nahrungssuche zu sein, jedenfalls ist ihre vorwiegende Beschäftigung Oberflächenstrukturen zu inspizieren.

    Quelle: Perönliche Interpretation bzw. Meinungsäußerung Nach wie vor finde ich den Verhaltensunterschied zwischen de juvenilen und den adulten plausibel. Für die Juvenilen dürfte es wichtig sein bis zum Eintritt der Vereisung möglichst viel und lange Nahrung in Wachstum umzusetzen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines harten andauernden Winters dürfte wohl ziemlich mit der erreichten Körpermasse korrelieren, denke ich.
    Die adulten hingegen können ihre größenabhängige Überlebenswahrscheinlichkeit nicht mehr nennenswert verbessern. Für sie dürften also andere Wirkungen in den Vordergrund rücken.

    Am Abend...

    bei der Nachkontrolle am Abend haben sich zwei Dinge geändert:
    17°°h
    ist im Gatter der geweckte chinesische Makropode vom Fernglas aus nicht mehr zu sehen. Ein Nachprüfen, ob er unter dem Seerosenblatt steht ergibt: Nein.
    Er scheint damit inzwischen wieder am Boden zum Schlafen versteckt.
    Aber um
    18°°H beim Wassertemperaturablesen hat es
    1. seit ca. 45min aufgehört zu Regnen und
    2. sind alle! China-Makropoden des Gatters rege auf den Flossen, also ganz normal mit Durchstreifen des Gatters beschäftigt.
    Sie sind also wieder alle wach!




  • Wo man das Recht hinauswirft, hält der Schrecken Einzug. {}