Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich

Sonnig, strahlendes Sonnenwetter
TW: 16°C - 17°C
OW: 15°C - 21°C
Siehe Teichprotokoll

Nachdem gestern trotz bei heiter windigem Wetter mit Regenunterbrechung trotz Sonnenschein kein Adulter Rundschwanzmakropode zu sehen war - nur die jungen der Macropodus ocellatus waren überall sichtbar - waren heute bei durchgehend sonnigem Wetter auch die Adulten wieder sichbar.

Es wurden von ihnen allerdings keinerlei Balzhandlungen

gezeigt nur einige nachlässige Imponierereien unter den Männchen waren ab und zu gezeigt. Weibchen waren nur wenige zu sehen.

  • Das Topfpaar war an seinem üblichen Platz vor dem Topf unter den Muschelblumen, Männchen und Weibchen hielten sich immer dicht beieinander.
  • Ein Männchen entdeckte ich beim Durchqueren des Kanals von Teich 1 nach Teich 2
  • In Teich 1 ungefähr in der Mitte wächst ein Hechtkrautseitentrieb quer durch den Teich. Dort trafen sich zwei Männchen imponierten sich gegenseitig relativ nachlässig und schwammen parallel zueinander unter dem Hechtkrauttrieb durch die Seitenbreite. Es war offensichtlich die Grenze zwischen ihrer beider Reviere. Nach dem Durchqueren schwamm jeder wieder in seiner Teichhälfte geruhsam umher. Während die zwei Männchen sich spreizend imponierten - vor der Parallelschwimmen - kam aus der rechten Teichhälfte ein Weibchen, schwamm zu den beiden Männchen und mitten zwischen ihnen hindurch und dann weiter in die Wasserpest.
  • Junge Rundschwanzmakropoden sind überall unterwegs. Die Jungen reagieren auf die Anwesenheit von Sonne schneller als die Adulten und nutzen so die verfügbare Sonnenwärme besser aus.

    Unter den Teichbewohnern hat der Rundschwanzmakropode eine herausragende Erkennensleistung

    Zu der Beobachtung vom MOc: 06.08.10 bzgl. der mich beobachtenden M.ocellatus ist mir heute noch eine Beobachtung zum Vergleich mit den Guppies aufgefallen:
    Die Guppies im teich sind für Guppies ziemlich scheu. Die Weibchen sind selten zu sehen und stehen meist innerhalb der Kräuter während die Männchen vor den Krätern stehend anzeigen wo Weibchen sind aber auch ziemlich nervös reagieren.
    Nun schwamm heute eines der männchen im Kanal gut beobachtbar für mich. Auf meine bewegung hin schoss es sofort nervös eine Stercke weiter, blieb dort nervös stehend, ohne irgendwie mich speziell zu beachten. Da ich mich stocksteif verhielt gab ich ihm auch keinen Anlass mehr weiter nervös zu sein. Nach kurzer Zeit suchte er auch wieder nach Futter regaierte zwischendurch aber immer wieder plötzlich wegschießend und nervös verharrend. Er war klar verunsichert durch meine anfängliche Bewegung, wusste die Ursache seiner Unsicherheit aber nicht mit mir zu identifizieren. Auch wenn ich mich wieder bewegte war die Richtung seiner Fluchtbewegung mehr oder weniger zufällig, und erst recht die nervösen Fluchtbewegungen nachdem ich mich wieder ruhig verhielt. Die Summe der Schreckbewegungen führte ihn nicht von meinem Beobachtungsplatz weg.
    Ein Rundschwanzmakropode hingegen in gleicher Situation hätte jede dieser Fluchtbewegung sehr genau über meinen Ort orientiert von mir weg durchgeführt, wäre am ersten Ruhepunkt der Fluchtbewegung stehen geblieben und hätte sich sehr genau exakt auf mich ausgerichtet und dabei genauso eingefroeren wie ich abgewartet und mich ununterbrochen fixiert! Die erste auch nur leiseste Bewegung, die ich dann selbst nach geraumer Zeit gemacht hätte hätte ihm dann gereicht, sich zu versichern, dass ich tatsächlich die potentielle Gefahrenquelle bin und er hätte gezielt von mir wegschwimmend sich in Sicherheit gebracht. Ein Rundschwanzmakropode ist also nach meiner Beobachtung in der Lage
    1. sich an den Auslöser einer Schreckreaktion nach Ablauf der Fluchtbewegung zu erinnern
    2. ihn durch weitere sichernde gezielte Beobachtung zu identifizieren, um dann gezielt eine vor ihm sicheren Platz aufzusuchen.
    Keine dieser beiden Fähigkeiten hat offensichtlich ein Guppy aber auch die Stichlinge im Teich leisten dieses nicht! Auch sie sind nicht in der Lage, die schreckauslösende Situation - meine Bewegung - mit mir zu verbinden. Auch bei den Stichlingen gilt, ein wenig ruhig verhalten aber trotzdem deutlich sichtbar für den Stichling bewirkt, dass er die ganze Schrecksituation vergisst und wieder normal rumschwimmt. Selbst wenn ich mich nicht ruhig halte identifiziert er nichts mit mir selbst. Ich kann einen Stichling mit der Hand fangen und er wird immer nur exakt die sich bewegenden Hand als die Gefahrenquelle betrachten vor der er eine Strecke flieht.
    In einer früheren Beobachtung hatte ich ja schon berichtet, wie ich am Teich 2 stocksteif saß zur Beobachtung, als von links aus dem Kanal ein Rundschwanzmakropode hervorkam. Ich bewegte mich nicht! und trotzdem erkannte dieser Makropode mich, nachdem er ca 1m oder so in den Teich hineingeschwommen war, blieb mitten in der Bewegung stehen, beobachtete mich eine geraume Zeit und kam letztlich zu dem Schluss, dass ich, also das was da außerhalb des Wassers bewegungslos rumsaß sowas wie eine potentieller Fressfeind sein müsse und sauste von mir weg in die nächste Deckung!
    Das finde ich ist eine außerordentliche Erkennensleistung, die weder, Guppy, Stichling noch Kardinälchen zu Wege gebracht hätten. Kein andere Fisch i m Tecih hätte mich, solange ich bewegungslos bleibe als eine potentielle Gefahr erkannt!




  • Niemand köpft leichter als jene, die keine Köpfe haben. {Friedrich Dürrenmatt}