Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Beobachtung im Teich

Grau bedecktHeiter
TW: 15°C - 16°C
OW: 14°C - 17°C
Siehe Teichprotokoll

Teich 2:
Am grau bedeckten Morgen über ließ sich kein Rundschwanzmakropode sehen, weder junge oder halbwüchsige noch adulte.
So gegen 14:00h heiterte es etwas auf und zwischen den Wolken kam immer mal wieder die Sonne durch.
Innerhalb kürzester Zeit waren überall an der Wasseroberfläche jungen Macropodus ocellatus zu sehen, so ab 7mm SL.
Anfänglich standen sie noch nur ruhig an der Wasseroberfläche später dann wurden sie aktiver und schwammen überall rum.
In der Anfangszeit - so 3 12mm große waren schon erschienen und standen über einem Algenaufwuchs am Boden (20cm Wassertiefe) dierlt unter der Wasseroberfläche ruhig rum, da erschein aus dem Algenaufwuchs am Boden ein weiterer Jungfisch dieser größe und schoss aus dem Algenaufwuchs schräg nach oben an die Wasseroberfläche, wo er dann auch ruhig abwartete.
Es können also auch die ab 7mm SL großen Jungtiere der Rundschwanzmakropoden diese Schlechtwetterpausen im Kraut versteckt einlegen, nicht erst halbabwüchsige oder adulte.

Auch adulte konnte ich nach durchbrechender Sonne zwei beobachten, einen, wie er den Kanal vom Teich 1 herkommend Richtung Teich 2 durchzog und einen anderen im Teich 2 in der Nähe des Kanaleinganges. Dort ist am Boden ein dichtes Gewirr aus Faden- Armleuchteralgen und etwas Wasserpest. Mitten aus diesem Knäuel schob sich nach der Durchbrechenden Sonne ein adulter M.ocellatus aus dem Kupferklan mit dem Kopf heraus und verharrte dann. Es wirkte wie bei einer Maus, die vorsichtg aus ihrem Bodenloch schaut, ob die Luft rein ist. Nach einigem Verharren schob er sich gänzlich heraus und blieb dann aber wieder verharrend wie festgenagelt stehen so 45° nach oben ausgerichtet. Er schien wieder zu Beobachten, zu sichern oder sowas. Nach geraumer Zeit machte er dann einen schnellen Satz horizontal nach rechts in Richtung Schilf in die nächste Deckung. Ich denke dass ich hier wie oben schon bei dem weinge mm großen M.ocellatus beobachtehn konnte, wie ein adulter aus seinem Ruheversteck vorsichtig sichernd hervorkam.

Eine andere lustig wirkende Sache oder auch anders ausgedrückt einen "aufgeweckten" Eindruck vermittelnde Beobachtung die ich nicht zum Erstenmal machen konnte:
Ich habe mich vorsichtig an Teich 1 hinanbewegt in der meist vergeblichen Hoffnung von den Rundschwanzmakropoden nicht bemerkt zu werden. Aber wie meist so auch dieses Mal erkennen sie mich lange bevor ich sie erkenne. Daraufhin schießen sie - weil ich sie nicht plötzlich überrasche, dann sausen sie nämlich einfach nach unten in dem Schlamm oder die Kräuter - horizontal einige Meter weg von mir und kräuseln dabei die Wasseroberfläche. Dadurch erkenn ich sie dann und kann sie an dem Platz ausmachen, wo sie Halt machen.
Nun, das interessante an diesem Haltpunkt ist, dass sie im freien Wasser stehen exakt auf mich ausgerichtet wie angenagelt mich fixierend.
Da ich ebenfalls versuche nicht erkannt zu werden stehe auch ich stocksteif da und betrachte ihn. Zumeist geht mir die körperliche Geduld aber zuerst aus und ich mache ine kleine Bewegeung, die von dem mich fixierenden Rundschwanzmakropden sofort erkannt wird, worauf er wieder einen Meter weiter wegschießt, sich wieder umdreht zu mir und wiedre exakt ausgerichtet auf mich wie angewurzelt stehen bleibt. Letztlich verliere ich das Spiel dann meist endgültig und der pfiffige Rundschwanzmakropode verzieht sich vollkommen unsichtbar werdend ins Krautgewirr. Andere Arten scheuer Fische in der Situation würden verschreckt wegschwimmen und am Ziel versteckt sein oder sich nach erreichen einiger Distanz wieder normal weiterbewegen als hätten sie die Ursache ihrer Flucht längst vergessen, nicht aber so die Rundschwanzmakropoden, sie wissen eindeutig auch nach längere Fluchtdistanz und etlicher Zeit ganz genau, wer die Ursache ihrere Flucht war und sichern/beobachten genau gegenüber diesem Fluchtauslöser weiter und prüfen sehr genau, ob diese Fluchtursache nun weg ist oder nicht. Sie lassen sich dabei auch nicht von einem stocksteif ausharrenden Beobachter in die Irre führen und wissen die kleinste langsamste Bewegung sofort richtig zu deuten. Es sind pfiffige Fische.




Wo man das Recht hinauswirft, hält der Schrecken Einzug. {}