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Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Der Zwergkärpfling liebt enge Strukturen, seien es die Zwischenräume von stark verkrautenden Pflanzen oder Spalten zwischen Steinen - erstere aber bevorzugt. Das Vorkommen dieser Strukturen bestimmt auch die Wasserregion, in der er sich bevorzugt aufhält.

Die Weibchen ziehen in der dem Zwergkärpfling eigenen schleichenden Fortbewegungsweise einzeln oder in kleinen Gruppen durch den verfügbaren Wasserraum, wobei sie sich an den Rändern enger Strukturen halten. Sie sind im Allgemeinen friedlich und zeigen auch untereinander bis auf vereinzelte Rempeleien kein beschädigendes Aggressionsverhalten.

Die Männchen zeigen bei sich selbst einstellender "normaler" Populationsdichte männlicher Heterandria formosa die Neigung, Kleinreviere zu bilden, die gegen andere Männchen verteidigt werden. Sie ziehen also nicht wie die Weibchen durch den verfügbaren Wasserraum, sondern sitzen in ihren Kleinstrevieren und warten auf vorbeikommende Weibchen, die dann innerhalb des Reviers wie an einer Schnur gezogen verfolgt und belauert werden (Lauerbalz/Überfallbalz). Die Größe dieser Reviere liegt dabei im Radiusbereich einiger Zentimeter wesentlich aber bestimmt durch die Verkrautungsdichte und die Reviernähe anderer Männchen.

Überschreitet ein Männchen die Grenze in ein anderes Revier - meist beim belauernden Verfolgen eines Weibchens -, so wird es sofort vom Revierbesitzer mit Drohverhalten und Stößen aus dem Revier vertrieben. Das Drohverhalten zeichnet sich durch ein in einen deutlichen "Hohlrücken" gebogenes Rückgrat aus. Dabei erinnert das Zwergkärpflingmännchen an ein kleines Schiffchen. Meist ist dieses Drohen mit einer Aufhellung der Körperfarbe ins gelbliche und dem Verblassen der Punkt- und Streifenmusterung verbunden.

Die Reviere sind immer an verkrautete bzw. eng strukturierte Bereiche gebunden. Je verkrauteter, je beliebter als Revierplatz.

Die Jungtiere halten sich, wenn möglich, in den am dichtesten verkrauteten Wasserregionen auf. Ihre Bewegungsweise ist wie bei den adulten schleichend, nur noch viel extremer. Sie bewegen sich zumeist derart langsam und gleichmäßig, dass es schwer ist, sie zu erkennen. Dabei drücken sie sich, je offener der Wasserraum um sie herum ist, je dichter an festen Strukturen entlang. Entspannter werden sie nur innerhalb von dicht wachsenden Kräutern oder Algenpolstern. Dort leisten sie sich auch schon mal - selbst die kleinsten - kleinere Plänkeleien mit anderen Jungfischen ihrer Art.

Auf der Flucht schießen jung wie alt meist kopfüber in das nächst beste Krautpolster oder dem weichen Bodenmulm/Bodengrund.




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