Quelle: Pers. Beobachtung bzw. Erfahrung

Nach einem Monat mal was wieder was von meinen

4 Channa aff. gachua "Assam" (Froschschlangenkopf)

Die vor einem Monat beschriebene Konstellation hielt sich lange recht stabil,
also: (Es gibt 3 Becken, die über kommunizierende Röhren miteinander verbunden sind)

Linkes Becken:
Dua, so gut wie ohne dieses Becken zu verlassen.

Mittleres Becken:
Mino und Mini, Mini verlässt es so gut wie nie. Mino wechselte schon mal für kurze Zeiten ins rechte. Blieb aber nie lange dort und zeigte sich Duo gegenüber deutlich ausweichend.

Rechtes Becken:
Duo, er verließ aber auch schonmal dieses Becken und wechselte dann für längere Zeit ins mittlere, wo ihm dann sowohl Mini wie auch Mino auswichen. Öfter war er auch schon mal ganz links im Becken zu sehen, bei Dua. Aber dauerhaft blieb er nie, das rechte Becken war der bevorzugte Aufenthalt.

Wie gesagt an dieser Konstellation tat sich ewig nichts.
Vor einer Woche dann war ich mir bei Dua, die ich nie mehr außerhalb des linken Beckens gesehen hatte - sie ist übrigens das größte der beiden Weibchen -, nicht mehr sicher, ob sie evtl. nur deswegen derart beständig im linken Becken bleibt, weil sie den Ausgang durch das Rohr ins mittlere Becken nicht mehr findet oder nur zufällig zu nutzen weiß.
Dua und Duo "gehören" eigentlich zusammen (siehe CGaa: 16.09.11 und CGaa: 20.09.11). Nun hielten sie sich aber schon seit Wochen in den zueinander am weitesten entfernten Becken auf, während Mini und Mino im Mitteleren beständig zusammen waren. Möglicherweise waren ja Mino und Mini die Ursache, dass Dua nicht zu Duo rüber ins rechte Becken wechseln konnte?!
Beides wollte ich wissen.
Also hatte ich Dua aus dem Becken links gekeschert und ins rechte Becken zu Duo gesetzt, um zu sehen was passiert.

Beide vertrugen sich wie immer problemlos. Keine erkennbare Aggression, keine Nervosität voreinander.
Allerdings dauerte es gerade mal 10 Minuten, da schwamm Dua ganz gezielt auf das Rohr zu und wechselte durch dieses hindurch ins mittlere Becken.
Kurz darauf folgte Duo ihr hinterher,so dass sich nun alle 4 im mittleren Becken aufhielten. Dort reagierten Mini und insbesondere Mino sehr nervös ängstlich auf die Gegenwart von Duo. In meinen Augen tat Duo nichts auffälliges aber trotzdem ging Mino recht oft plötzlich in die Flucht in der Nähe von Duo.
Dua zeigte keinerlei Nervosität oder Ängstlichkeit gegen Duo.

Knapp eine halbe Stunde durchstreifte Duo das mittlere Becken, dann schien er es über zu haben, steuerte das Rohr an und kehrte zurück ins rechte Becken.
Dort blieb er für den Rest des beobachteten Abends, genauso wie Dua bei Mini und Mino im mittleren blieb.
Einige Minuten bevor das Licht sich auschaltet, verschwand Dua dann nach hinten und tauchten kurz darauf im linken Becken wieder auf!
Dua war also noch am gleichen Abend vom rechten Becken in ihr linkes zurückgekehrt und Mini und Mino waren keine Behinderung.
Damit hatte sie gezeigt, dass sie zumindest in dieser Richtung die Rohre zu nutzen weiß und offensichtlich schlicht das linke Becken vorzieht.

So war dann noch am gleichen Abend die Ausgangskonstellation wie oben wieder hergestellt.

Vorgestern dann gab's richtig Bewegung in der Dauerkonstellation:
Erst sammelten sich alle 4! im linken Becken bei Dua, dann verlagerten sich alle ins mittlere Becken für kurze Zeit und schließlich stellte sich wieder alles wie gehabt ein. Dua kehrte zurück ins linke, Duo ins rechte und Mini und Mino blieben im mittleren Becken.

Gestern war Dua relativ wanderfreudig und verließ mehrmals das linke Becken bis ganz hinüber ins rechte Becken, womit sie nun endgültig belegt hat, dass sie durchaus weiß, die Rohre zu nutzen, um aus dem linken Becken heraus zu kommen. Letztlich aber kehrt sie immer zurück ins linke Becken.
An den Beziehungen der 4 untereinander hatte sich aber gestern etwas vollständig geändert:
Mino schwamm auf einmal in das Rohr und wechselte ins rechte Becken. Soweit nichts besonderes. Normalerweise wäre es jetzt so weitergegangen, dass Mino einige Bahnen durch das rechte Becken gezogen und bei Sicht Duo sofort nervös ausgewichen wäre.
Diesmal war es aber vollkommen anders!
Als Mino ins rechte Becken hinüber glitt, zog er nach hinten, wo ihm Duo entgegen kam. Mino wurde diesmal aber nicht nervös! er blähte ganz leicht seine Kehle und was tat Duo? Statt gegenzuhalten bis Mino nervös und plötzlich das Weite sucht, wich jetzt Duo sichtlich nervös Mino aus und schoss dann ganz plötzlich an Mino vorbei nach vorne, sauste auf das Verbindungsrohr zu, verschwand darin und kam schon kurz darauf zur anderen Seit im mittleren Becken wieder heraus. Der ganze Ablauf war überzeugend gezielt und orientiert und auf der anderen Seite war Duo offenbar klar, dass er hier vor Mino Ruhe hat, weil dieser eben im rechten Becken steckt. Jedenfalls war er sofort nach Verlassen des Rohres vollkommen entspannt und durchstreifte das Becken als sei er nicht gerade erst ganz Panik geflohen. Hier ärgerte er dann Mini, die er irgendwie nicht ausstehen kann.
Irgendwann kam dann Mino wieder aus dem rechten Becken zurück ins mittlere, zog darin nach hinten, von wo darauf Duo nach vorne kam und - diesmal zwar nicht so hektisch, aber klar eilig und gezielt - auf das Rohr zusteuerte und das mittlere Becken wieder ins rechte Becken verließ.

Duo ist also nun erstmalig nicht mehr der dominante Fisch unter den vieren. Mino hat ihm die Position abgenommen.
Und Duo hat gezeigt, dass die Beckenkonstellation funktioniert, funktioniert in dem Sinne, dass die Channa gachua gelernt haben, dass sie sich durch gezielte Beckenwechsel ausweichen können und Ruhe vor dem dominanten Fisch haben, solange dieser sich in den jeweils anderen Becken aufhält.

Aktueller Stand ist also:
Die grundsätzliche Beckenaufteilung weiterhin wie gehabt, wie eingangs aufgeschrieben.
Mino hat Duo als absolut dominanten Fisch abgelöst.

Ansonsten zeigen sie die 4 Channa bisher als recht umgängliche Fische in meine Becken. Richtige Maulgreiflichkeiten konnte ich bisher kaum beobachten. Meist scheint der jeweils dominante Fisch einer Begegnung auf für mich vollkommen unauffällige Weise dem Unterlegenen schon auf Distanz klar zu machen, dass er ausweichen sollte, was dieser dann auf erstaunlich auffällig nervöse und eilige Weise tut. Verletzungen gibt's entsprechend keine und die überwiegende Zeit meiner Beobachtungen sind alle viere mit entspanntem Umherstreifen oder Aus-Höhlen-Gucken beschäftigt. Bisher scheine ich also mit der Konstellation dreier verbundener Becken auf der richtigen Spur zu liegen.




'Je mehr Leute es sind, die eine Sache glauben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Ansicht falsch ist. Menschen, die Recht haben, stehen meistens allein..'. {Sören Kierkegaard 1813-1855 Philosoph}